Schwimmbad Grenchen 1956Ingenieur liess sich von einem Luxusdampfer inspirieren.von Lukas Walter |
![]() Museums-Gesellschaft Grenchen |
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![]() Ingenieur Béda Hefti, 1897 - 1981. Bild: Internet ![]() Schwimmbad Grenchen, Hauptgebäude Süd. Ingenieur Hefti liess sich von einem Luxusdampfer inspirieren. Foto: Lukas Walter ![]() Schwimmbad Grenchen, Flugaufnahme. Bild: Slg. Grenchen Rainer W. Walter. Skizze des Schifflibachs (1956) als Kinderspielplatz nach den pädagogischen Richtlinien der Pro Juventute entworfen. ![]() Schwimmbad Grenchen: Übersichtsplan (1955?). |
Ingenieur liess sich von einem Luxusdampfer inspirieren. Ingenieur Béda Hefti baute nicht nur das Grenchner Gartenbad, sondern war unter anderem auch der Gründer des Gedenklaufes Murten-Fribourg. Das Schwimmbad erinnert in seiner Symbolsprache an ein Hochsee-Kreuzfahrtschiff. Ein Schwimmbad war ein lang gehegter Wunsch der Grenchnerinnen und Grenchner. Bereits 1932 setzte man eine erste Kommission ein, die ein Schwimmbad realisieren sollte. Doch erst die dritte Kommission unter Adolf Neuenschwander, die im Oktober 1953 eingesetzt wurde, vermochte das Bauwerk zu realisieren. Die tödlichen Schwimm- und Badeunfälle in der Aare und die steigende Wasserverschmutzung bedingten ein rasches Handeln. 1932 stand die Arbeitslosigkeit einer Realisierung hinderlich im Weg, 1947 verunmöglichte die überhitzte Konjunktur die Umsetzung. In der Folge musste eine Prioritätenliste eingehalten werden, und auf dieser standen der Neubau des Postgebäudes, des Ortsspitals und des neuen Südbahnhofes im Vordergrund. In seinem Bericht zur Eröffnung des Gartenbades nannte Stadtammann Adolf Furrer als weitere vordringliche Bauwerke in der industriellen Kleinstadt das Schulhaus IV mit den Nordbahnhofturnhallen und das Parktheater. Im Verlaufe der Jahre rutschte das Gartenbad auf Rang 3 der Prioritätenliste ab. Ein genialer Ingenieur Die Pläne für das Gartenbad arbeitete der Fribourger Ingenieur ETH Béda Hefti aus. Die örtliche Bauleitung übte der Grenchner Architekt Rinaldo Raccuia aus. Eine ganz besondere und kindergerechte Erlebniswelt sollte das Planschbecken für die Kleinsten werden. Gebaut wurde hier nach dem Vorbild der Landi 1936 in Zürich ein Schifflibach, der allerdings nie richtig funktionierte. Der Bach wurde dann aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. Ob diese Massnahme gerechtfertigt gewesen war, ist heute schwer zu beurteilen. Ein Areal von 3,5 Hektaren Das Gartenbad umfasst ein Areal von sage und schreibe 3,5 Hektaren. In dieses Areal gehört auch die grosse Spielwiese im Westen der Anlage. Als das Bad eröffnet wurde, fehlten weitgehend noch die Schatten spendenden Bäume, doch sind diese inzwischen so stark gewachsen, dass die Anlage der Bezeichnung Gartenbad alle Ehre macht. Blickt man näher auf die Anlage, so stellt man fest, dass sich der Ingenieur bei seinen Planungen von einem Luxusdampfer auf hoher See inspirieren liess. So sollte das Gartenbad auch sein. Stadtammann Adolf Furrer sagte bei der Eröffnung: So möge denn das Schwimmbad so recht geeignet sein, alle Bevölkerungsteile in natürlicher Freiheit zu vereinen und damit ein Kulturziel ersten Ranges zu erfüllen. In Fribourg ist eine Strasse nach dem Ingenieur benannt Béda Hefti führte in Fribourg ein Tiefbaubüro und spezialisierte sich auf den Bau von Schwimmbädern. Etliche von seinen Werken stehen heute unter Denkmalschutz. Hefti war ein begeisterter und aktiver Sportler. Er entwickelte einen Gurten-Skilift, der unter anderem in Andermatt zum Einsatz kam. Er gründete den Athletik- Club Fribourg und den Fallschirmspringerclub. Er gilt als treibende Kraft bei der Gründung des berühmten Murten-Gedenklaufes. In der Stadt Fribourg ist eine Strasse nach Béda Hefti benannt. |