Schwimmbad Grenchen 1956Der Wunsch eine Badanstalt zu besitzen war gross also baute man einevon Rainer W. Walter |
![]() Museums-Gesellschaft Grenchen |
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![]() Ausschnitt aus der Siegfriedkarte 1:25'000, Blatt 123: Grenchen. Mit Nachführungen bis 1885. Die alte Badanstalt ist eingetragen und klar ersichtlich im Gebiet Brühl, im Areal des heutigen Schwimmbades. [A. Fasnacht] Anzeige des ganzen Blattes 123: Klicken Sie auf den obigen Karten-Ausschnitt. Exemplar der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern, Kart. III 128. ![]() Werner Strub berichtet von einigen alten Tannen am ehemaligen Standort der alten Badi (Heimatbuch Grenchen, S. 637). Vermutlich handelt es sich dabei um die links auf dem Bild zu sehende Baumgruppe. Der Stadtbach (ganz links im Bilde) mündete vor seiner Geradelegung vermutlich bei der Baumgruppe in den Witibach. Das Erstaunliche: Nach gut 60 Jahren baute die Stadt Grenchen ihr Schwimmbad am Standort der alten Badeanstalt, die 1892 den Betrieb eingestellt hatte. [A. Fasnacht.] Ausschnitt aus einer Ansichtskarte, ca. 1956. Slg. Grenchen Rainer W. Walter. ![]() Baden im Bachtelenweiher. Bild: Slg. Grenchen, Rainer W. Walter. ![]() Badefreuden am Aarestrand, ca. 1935. Bild: Heimatslg. Grenchen Hans Kohler.
Aare-Strandbad Arch, westlich der Archbrücke. Bild: Heimatslg. Grenchen Hans Kohler. Schwimmbad Grenchen heute: Hauptgebäude Süd, unverkennbare Eleganz der 50er Jahre. Foto: Lukas Walter |
Der Wunsch eine Badanstalt zu besitzen war gross also baute man eine rww. Das erste Schwimmbad entstand 1871 im Brühl. Später war der Bachtelen-Weiher öffentliches Badegelände und noch einmal später wurde die Aare bei Arch zur Badeanstalt. 1871 kaufte die Gemeinde im Brühl ein Stück Land, um auf diesem eine erste Badanstalt zu bauen. Das Wasser wurde dem Witibach entnommen. Um die notwendigen Gelder zur Finanzierung aufbringen zu können, zirkulierte in der Bevölkerung eine Sammelliste. Wie viel die Sammlung eingetragen hatte, weiss man heute nicht mehr. Die hölzernen Einrichtungen der Badanstalt wurden erst 1883 erstellt. Die Kosten beliefen sich auf 2'873 Franken. Ab fünf Uhr morgens wurde gebadet Die Öffnungszeiten des Bades waren recht grosszügig berechnet oder aber die Grenchnerinnen und Grenchner trieben leidenschaftlich gerne Frühsport. Um 5 Uhr morgens wurde das Bad geöffnet und dann um 21 Uhr geschlossen. Über Mittag blieb die Institution von 9 bis 12 Uhr geschlossen. An den Sonntagen war das Bad nur gerade von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Schüler hatten, aus welchen Gründen auch immer, während sonntags keinen Zutritt zur Badanstalt. Das Saisonabonnement kostete damals zwei Franken und der Einzeleintritt immerhin auch schon zehn Rappen. Ein vom Gemeinderat bestimmter Aufseher überwachte den Badbetrieb. Sein Lohn wurde aber erst nach der Saison vom Gemeinderat festgelegt! Bereits 1892 wurde der Badbetrieb im Brühl eingestellt. Das seinerzeit verwendete Holz wurde auf Abbruch zum Gesamtpreis von 366 Franken verkauft. Baden im Bachtelenweiher Ältere Grenchner wissen noch zu berichten, dass etliche Jahre später der damals noch grosse Badweiher im Areal des Kinderheims Bachtelen von der Öffentlichkeit benutzt wurde. In der Schrift Vom Heilbad zum Kinderheim Bachtelen finden wir eine Aufnahme aus dem Jahre 1932, welche den offensichtlich gut benutzten Badweiher zeigt. Ein Bild aus dem Jahre 1947 berichtet von einem winterlichen Fest der Schlittschuhläuferinnen und läufer auf dem zugefrorenen Badweiher im Jahre 1947. Alfred Fasnacht erinnert sich gut, dass er vor 1956 ein eifriger Benützer des Bachtelenbades gewesen war. Der Weiher im Bachtelentälchen war wöchentlich ein- bis zweimal geöffnet, wobei sich Mädchen und Buben an unterschiedliche Benutzungszeiten zu halten hatten. Ordnung musste sein! Alfred Fasnacht erinnert sich, dass das Wasser algengrün gewesen war und, wenn aufgewühlt, recht trübe. Eben biologisch... meinte er augenzwinkernd. Baden in der Aare Eine weitere Station auf dem Weg zum heutigen Gartenbad entstand zu einer nicht näher bestimmten Zeit an der Aare ein Strandbad. Die Einrichtungen dürften recht einfach gewesen sein, denn Stadtammann Adolf Furrer schrieb in der Beilage zum Grenchner Tagblatt, die anlässlich der Eröffnung des Gartenbades erschien, dass man an der Aare auf Sprungtürme schon des unterschiedlich hohen Wasserstandes wegen habe verzichten müssen. Zudem machte die zunehmende Gewässerverschmutzung das Aarebad zu einem Risikoherd, und in der Strömung der Aare verloren jedes Jahr mehrere Menschen ihr Leben. Hier weiss Alfred Fasnacht zu berichten, dass ein Grenchner Jüngling beim Sprung von der Eiffelbrücke in einen Strudel geraten und ertrunken sei. Hans Kohler erzählte, dass etwa zur gleichen Zeit die Firma Vollenweider eine Busverbindung nach Altreu geführt hatte, weil nicht wenige Grenchnerinnen und Grenchner dort ihre Badeerlebnisse hatten. Nachdem nun das Gartenbad der Öffentlichkeit übergeben worden war, wurden die Anlagen und die Aufsichtspflicht des Aarebades der Gemeinde Arch übertragen. |