
Hochhaus Hallgarten 1953

Hotel-Restaurant Bahnhof und Hallgarten

Bahnhof Grenchen-Süd, Baujahr 1949

Hallgarten kurz nach der Fertigstellung 1953. Bild: Slg. Grenchen Rainer W. Walter.
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Hochhaus Hallgarten 1953
Mit dem Hallgarten, dem zweiten Hochhaus in Grenchen, entstanden in den Jahren der Wohnungsnot auf einen Schlag 55 Wohnungen. Ueber zehn Geschosse zieht sich der Bau in die Höhe. Im Erdgeschoss befinden sich Geschäftslokale und das Hotel-Restaurant Bahnhof, das teilweise in einem nach Osten verlaufenden Anbau untergebracht ist. Der Name Hallgarten stammt von der Bauherrschaft, der Baugesellschaft Hallgarten AG, Grenchen.
Hauswartin Frau Sonja Schär zog 1952 als erste Mieterin im Hallgarten ein. Anlässlich der Feier 50 Jahre Hallgarten erinnern sich Sonja Schär und Max Ris an frühere Zeiten und an das Kommen und Gehen der Bewohnerinnen und Bewohner während den fünf Jahrzehnten:
«Die Wohnungsnot in Grenchen war damals so gross, dass niemand von aussen zuziehen durfte», erinnert sich die Hauswartin. «So konnte ich über Mittag nicht heim und mein Mann musste deshalb auswärts essen. Das führte bei mir zu Überstunden im Geschäft, und in der Familie zu Kosten.» Dank Beziehungen habe sie in den «Hallgarten» einziehen können, noch bevor es dort fliessendes Wasser gab, am 25. November 1952. Statt über die Treppe (die noch nicht existierte) sei die Familie über Holzbretter in die Wohnung im Rohbau geklettert, erinnert sie sich an die ersten Wochen. Wenig später zog Max Ris in den Block ein. Gleich im doppelten Sinn. Im Erdgeschoss eröffnete er das Coiffeurgeschäft, in dem er während Jahrzehnten die Hausbewohner und, neben vielen anderen, die Bachtelenkinder frisierte. Ausserdem mietete er die Wohnung über derjenigen von Schär. «Damals war der Block voller junger Leute», erzählen die beiden Rentner. Insgesamt seien bisher 67 Kinder im Haus aufgewachsen, einmal habe es in den engen Verhältnissen gar eine Familie mit sechs Sprösslingen gegeben. Heute sei die Mehrheit der Mieter gesetzteren Alters und weiblich. Nur noch sieben oder acht Männer seien in den 55 Wohnungen daheim, rechnet Ris vor, dagegen gebe es viele Witwen.»
Quelle: Homepage Schuhservice Kliegl, Hallgarten, Grenchen.
Zusammen mit dem Neubau des Bahnhofs Grenchen-Süd (1949) bilden Hallgarten und Hotel-Restaurant Bahnhof einen eindrücklichen Gebäudekomplex, der auch auf Grund seiner Stilmerkmale eindeutig in den 50er Jahren verankert ist.
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