Burg Grenchen

Logo

Historischer Verein Bettlach und Museumsgesellschaft Grenchen

Aktionstag Burg Grenchen - Bettleschloss

Samstag, den 27. Oktober 2001

Bericht von Alfred Fasnacht




Aktionstag Burg Grenchen
Samstag, den 27. Oktober 2001: Roden – Ausbessern der Mauern – Burgzugang renovieren

Das Ziel wurde erreicht: Die Burganlage für weitere Jahre erhalten, sichtbar und zugänglich machen.

Nach den von der Museumsgesellschaft Grenchen veranlassten Ausgrabungen der Burg Grenchen vor rund 40 Jahren unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Meyer, Universität Basel, wurden die Mauerreste der Burg sorgfältig restauriert und konserviert. Der Grundriss der Burg war lange gut erkennbar und die Geschichte der Burg wurde damals auf einer Texttafel erklärt.

Die Ruine der Burg Grenchen ist in den letzten zwei Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Es waren hauptsächlich der Internet-Auftritt der Burg und die Aktivitäten der Museumsgesellschaft Grenchen und des Historischen Vereins Bettlach, welche die Ruinenstätte wieder ins Bewusstsein und ins Interesse eines breiteren Publikums zurückholten.

Der bisherige Zustand der Ruine war bis auf kleinere Abschnitte recht gut. Am Mauerwerk waren denn auch nur wenige Ausbesserungen vorzunehmen. Was dem Besucher jedoch auffiel, war das Wuchern von Sträuchern und Kleinholz auf den Umfassungsmauern, am Backofen, im Innern der Turmruine, wie auch im Bereich der Wallanlage. Liesse man der Vegetation ihren Lauf, dürften die Mauerreste der Umfassungsmauern und der Nebengebäude der Burg in wenigen Jahren nicht mehr zu erkennen sein. Von der Wallanlage war bereits heute während der Sommermonate kaum mehr etwas auszumachen. Auch der Zugang hinauf zur Burg war beschädigt und musste stark ausgebessert werden.

Die Burg Grenchen (Bettleschloss) steht seit etwa 700 Jahren auf Bettlacher Boden. Geschichtlich mit der Burg eng verbunden sind jedoch beide Ortschaften, Grenchen und Bettlach. Aus Grenchen stammten die Gründer der Burg, die Adelsfamilie der von Grenchen, welche die Burg rund 250 Jahre bewohnte. Nach dem Aussterben der von Grenchen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird die Herrschaft an den Strassberger Zweig des Hauses Nidau vererbt. Durch eine spätere Erbteilung der Strassberger wird die Burg im Jahre 1309 dem heutigen Gemeindegebiet von Bettlach zugeschlagen. So sind es seit jenen Tagen die Leute von Bettlach (in der neusten Zeit vor allem die Bürgergemeinde), welche das ehemalige Gut der Burg bis heute bewirtschaften und verwalten – Hofacher, Bettlachberg und die dazugehörenden Wälder.

Auf Grund dieser geschichtlichen Tatsachen ist es doch vorbildlich, dass sich die Präsidenten des Historischen Vereins Bettlach und der Museumsgesellschaft Grenchen entschlossen haben, am Samstag, den 27. Oktober 2001, einen gemeinsamen Aktionstag Burg Grenchen durchzuführen. Ziel des Aktionstages war es, die Anlage der Burg der wuchernden Vegetation zu entreissen, für die kommenden Jahre wieder sichtbar und leichter zugänglich zu machen. Die beiden Präsidenten, Beat Leimer (Historischer Verein Bettlach) und René Inderkummen (Museumsgesellschaft Grenchen), liessen sich anlässlich eines Lokaltermins auf der Burg im Mai dieses Jahres vom Kantonsarchäologen und vom kantonalen Denkmalpfleger über die zu treffenden Massnahmen informieren.

Am 27. Oktober 2001 traf sich morgens um 8.00 Uhr eine Schar von 17 Leuten bei der Burg Grenchen zum Arbeitseinsatz. Das Wetter zeigte sich von der guten Seite, etwas neblig zwar und kühl war es am Vormittag – am Nachmittag hingegen überwiegte die angenehme Oktobersonne.

Die beiden Präsidenten, René Inderkummen und Beat Leimer, sorgten für einen reibungslosen und hervorragend organisierten Ablauf des Aktionstages, selbst die Verpflegung kam nicht zu kurz. Es war bestimmt nicht ganz einfach, diesen Tag zu planen, die Fachleute aufzubieten, die Materialmengen richtig zu bestimmen und die Werkzeuge bereit zu stellen. Die Arbeiten teilten sich drei Einsatzgruppen: eine Gruppe für den Bau des Zugangsweges, eine Rodungsgruppe und ein Spezialteam für die Ausbesserung der Ruinenmauern. An der Spitze dieser Gruppen leiteten jeweils Fachleute den Einsatz.

Der Bettlacher Forstwart, Manfred Leimer, war zuständig für den Rodungseinsatz. Dabei entpuppte er sich als Virtuose im Umgang mit der Motorsäge. Bereits am Mittag zeigte sich die frisch gerodete Burg mit neuem Antlitz und Uebersichtlichkeit. Der Grundriss der Anlage ist wieder ganz sichtbar und man staunt über die beachtlichen Ausmasse des Gemäuers.

Der Zugang vom Strässchen nördlich der Burg hinauf zur Ruine wurde vollumfänglich renoviert. Die Gruppe unter Bruno Bigolin und Hugo Leimer vollbrachte eine Meisterleistung. Die Burg ist jetzt über einen gut ausgebauten Treppenweg, vorbei an der Wallanlage bis hinauf auf den Burghügel, leicht zu erreichen. Dennoch sind gutes Schuhwerk und Vorsicht am Platz. Die Abhänge des Burghügels sind oft glitschig, sehr steil und mit Felsen durchsetzt.

Am Nachmittag kamen erneut die Bauleute Bruno Bigolin und Hugo Leimer an die Reihe. Sie waren zuständig für Ausbesserungsarbeiten an den Ruinenmauern. Einerseits, das muss leider auch gesagt werden, wiesen die Mauern Vandalenschäden auf und andererseits verursachten Feuchtigkeit und jahrelange Frosteinwirkungen einige Mauerschäden.

Zur Freude der ganzen Gruppe besuchte am Nachmittag der Bettlacher Ortshistoriker Edgar Leimer die Burg. Er liess es sich nicht nehmen, den Treppenweg gleich unter die Füsse zu nehmen und der 'neuen' Burg einen Besuch abzustatten.

Am späteren Nachmittag nach getaner Arbeit bedankten sich beide Präsidenten für den grossen, erfolgreichen Einsatz und verabschiedeten die Arbeitsgruppe. An den Arbeiten haben sich folgende Leute beteiligt:
Bruno Bigolin, Cäsar Bischof, Alfred Fasnacht, René Inderkummen, Beat Leimer, Hugo Leimer, Manfred Leimer (Forstwart Bettlach), Heinz Ryf, Stephan Saner, Roland Schär, Ronald Staub mit Sohn Oliver, Elio Zanon.
Ferner beteiligte sich am Morgen eine Gruppe von 4 Bettlacher Pfadfindern an den Arbeiten, ihnen sei hier ganz besonders gedankt für den jugendlich kraftvollen Arbeitseinsatz.

Wie geht es weiter? Vorgesehen ist es, im kommenden Jahr, auf der Burg wieder eine Texttafel anzubringen, die Geschichte und Grundriss des historischen Bauwerks erläutert. Ferner haben es sich die beiden historisch-kulturellen Vereine ins Pflichtenheft geschrieben, sich auch in Zukunft um die Ruinen der Burg Grenchen (Bettleschloss) zu kümmern.








Start





A. Fasnacht 11/2001