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Burg Grenchen - Bettleschloss

Backtag auf dem Rabehof

Lehmbackofen aus dem 16. Jh.





Peter Rabe schildert uns das Backen mit dem wohl 500 Jahre alten Lehmbackofen des Rabehofs in Oldendorf an der Oertze. Peter Rabe liess den Ofen im Jahre 2002 renovieren. Heute ist es wieder möglich, mit dem Backofen schmackhafte Brote und andere Backwaren zu erzeugen. Der Backofen des Rabehofs ist etwas grösser als das 800 Jahre alte Exemplar auf der Burg Grenchen (Backfläche Burg Grenchen: Länge ca 2,05m, Breite ca 1,75m.


Peter Rabe hat das Wort:

Dieser Backofen steht auf dem "Otten-Hof" in Oldendorf an der Oertze, ca 100km südlich von Hamburg, 20km nördlich von Celle, 40km nördlich von Hannover.

Backofenhaus


Plan des Backofens Rabehof


Das Fundament bilden große Feldsteine, die Backfläche besteht aus Ziegelsteinen, die auf einer Sandschicht verlegt sind. Die Lehmwände sind an den meisten Stellen 0,30m dick. Höhe des Ofens innen 0,80m, aussen 1,10m.

Otten-Hof:
Diesen Hofnamen hatte der Hof über ca 2 Jahrhunderte getragen, obwohl nur eine Generation, die den Hof bewirtschaftete, den Namen Otte trug. Vorher hießen sie Thies, nachher hießen sie Rabe. Ich bin 43 Jahre und der 10. Rabe auf diesem Hof, und der 6. Peter.

Der Backofen ist erwähnt vor 1600, ich weiss aber nicht genau, wo das niedergeschrieben ist. Aber es ist sicher, dass er noch im Urzustand ist, nur der Dachstuhl wurde mehrfach erneuert und wird es in diesem (2003) oder im nächsten Jahr wieder.

Bild ca. 1938/39: Nachbarin Dortschen

Die Frau auf dem Bild ist keine Rabe, sondern sie ist die Nachbarin "Dortschen", die immer beim Backen half. Nach ihr ist ein Acker bei uns benannt. Dieses Bild wurde ca 1938 oder 1939 gemacht.

Der Backofen wurde im Sommer 2002 von einem Backofenspezialisten repariert, von innen abgekratzt und neu verstrichen, weil ich ihn gerne wieder nutzen wollte. Der große Riss neben der Frau (mit einem nassen Sack verstopft) wurde bei der Reparatur wieder verschlossen.

Der renovierte Backofen des Rabehofs


Wir haben vor ein paar Jahren dem Hof den neuen Hofnamen Rabehof gegeben, da wir einen Hofladen haben und der Name Otte für Verwirrung bei neuen Kunden sorgte. Ob es richtig war, wird die Geschichte zeigen.

Ich habe ein paar aktuelle Bilder im Verzeichnis www.peterrabe.de/herbst/ hinterlegt, wir backen jetzt wieder.

Wie hat man in diesem Backofen gebacken?
Diese Frage habe ich meinem Vater und seiner Schwester gestellt, es kamen viele Antworten:
In den Backofen wird ungefähr ein halber Raummeter gespaltenes Meterholz geschichtet. Der Abbrand dauert ca 6 Stunden, jetzt wird die Glut im Ofen noch einmal richtig verteilt. Nach ca 1 Stunde wird die Glut aus dem Backofen entfernt.

Die Glut wird entfernt


Um den Glutkratzer wird ein nasser Jutesack gewickelt und der Ofenboden damit ausgewischt, bis er sauber ist; das geht sehr schnell. Nachdem der Ofen vorbereitet ist, muß die Temperatur festgestellt werden. Früher hat man in den Brotschieber eine Roggenähre geklemmt - sie durfte nicht brennen. Ich mache es ein klein wenig anders: ich lege eine Seite der Tageszeitung auf eine Schaufel, schließe die Tür und warte 20 Sekunden. Wird das Papier schon stark braun oder brennt sogar, ist der Ofen noch zu heiß und ich muss noch warten. Ist das Papier leicht braun, kann ich mit dem Backen beginnen.

Welch ein Duft


Tür auf, Butterkuchen rein, nach 5 - 7 Minuten ist dieser fertig. Butterkuchen raus und sofort 20 bis 40 Laibe Brot in den Ofen, nach ca 1 Stunde öffne ich wieder die Tür und dann steigt mir ein Duft in die Nase, das kann keiner beschreiben.


Text und Bilder: Peter Rabe, Rabehof, Oldendorf
Ich danke Peter Rabe, dass ich seinen Text und seine Bilder hier wiedergeben darf.



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A. Fasnacht 03/2003