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Burg Grenchen

Der Name der Burg

Burg Grenchen - Bettleschloss






Der Name der Burg: Burg Grenchen - Bettleschloss

Geschichtlich sind die Ortschaften Grenchen und Bettlach mit der Burg eng verbunden.


Zum Namen 'Bettleschloss'

Nach dem Erlöschen des Geschlechts der Edelfreien von Grenchen erbte der Strassberger Zweig des Hauses Nidau im 13. Jahrhundert die Herrschaft Grenchen. Der Name Bettlacher Schloss (Bettleschloss) führt zurück auf eine Erbteilung der Strassberger im Jahr 1309. Otto von Strassberg erhielt aus dem väterlichen Erbe Grenchen, Lengnau und Büren a.A., während Berchtold von Strassberg die Burg und das Dorf Burg, Bettlach, Selzach und Altreu erhielt. Seit dieser Erbteilung liegt die Burg auf Bettlacher Boden. Land und Wälder der Burg wurden von Dienstleuten der Strassberger, später durch Leute von Bettlach bis heute bewirtschaftet und verwaltet.

Der gründungsgeschichtliche Zusammenhang der Burg mit den Freiherren von Grenchen geriet tatsächlich in Vergessenheit. Noch in der Geschichtsliteratur der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert und später wird die Burg erwähnt als Schloss Strassberg ob Bettlach, Bettlachschloss oder Bettlacher Schloss.

Durch die rund 700 Jahre lange Verwaltung des Schlossguts in Bettlach hat sich der Name 'Bettleschloss' im Volksmund gebildet und bis weit ins 20. Jh. erhalten. Der Historische Verein Bettlach will sich für die Wiederbelebung des Namens 'Bettleschloss' einsetzen.


    Den Namen 'Bettlacher Schloss' verwendete der bekannte Solothurner Historiker EugenTatarinoff an verschiedenen Stellen, so z.B. im

  • Museum der Stadt Solothurn. Bericht über das Jahr 1930. Seite 6

  • Jahrbuch für Solothurnische Geschichte Bd 14 (1931), S. 202


    Der Grenchner Mundartdichter Franz Josef Schild (Grossätti us em Leberberg) braucht in seiner in Verse gesetzten Sage der Burg folgenden Titel:

  • D'r Schlosstüfel im Bettleschloss.


    Schon 1583 wählte der Solothurner Rat folgende Worte zur Ortsbezeichnung im Beschluss, die Ruine der Burg abzubrechen:

  • "burgstalls zur burg ob bettlach".


Zum Namen 'Burg Grenchen'

Erst als historische Forschungen den Zusammenhang der Edelfreien von Grenchen mit der Burg Grenchen (dem Bettleschloss) aus den Quellen sicher nachgewiesen hatten, tauchte in der historischen Literatur vermehrt die heute gebräuchliche und wissenschaftlich korrekte Bezeichnung 'Burg Grenchen' auf. Seit Werner Strubs Heimatbuch Grenchen (1949) und später sicher mit den wissenschaftlichen Arbeiten Werner Meyers hat sich der Name Burg Grenchen fest eingebürgert im populären wie auch im wissenschaftlichen Schrifttum. Der Name darf als korrekt bezeichnet werden, weil er auf den Namen der Burggründer oder auf den Namen eines Orts (Ortschaft, Flurname) in der Nähe der Burg zurück geht. Beides war bei der Namengebung der Burgen üblich. Im Falle der Burg Grenchen liegt sogar die Einheit des Namens vor: Name des Orts und Name der Gründerfamlie, die sich nach dem Ort nannte. Auch das war eine häufige Kombination.

In seiner kurzen Abhandlung aus dem Jahre 1912 über die Burg Grenchen stellt der Solothurner Historiker Ferdinand Eggenschwiler erstmals den geschichtlichen Zusammenhang der Burg ob Bettlach mit den Edelfreien von Grenchen klar: In Urkunden aus dem 13. und 14. Jahrhundert wird die Burg Grenchen erwähnt als 'Grenchen die Burg', 'quatuor lunagia sub castro de Granges' und 'Grenchen die Feste'. Eine Burg Bettlach gab es nicht. (F. Eggenschwiler: Die Burg Grenchen. Aus: Solothurner Monatsblatt, Jg. 1912, S. 146-148).

Die Gründer der Burg stammten also aus Grenchen. Es war die Adelsfamilie von Grenchen, welche die Burg rund 250 Jahre bewohnte, bis ins erste Viertel des 13. Jahrhunderts etwa. Die Burg war von Grenchen her mit einem breiten Weg erschlossen, der mit Ochsen- oder Pferdekarren befahren werden konnte. Was den Alltag und das religiöse Leben betraf, richtete sich die Familie der Burgherren nach Grenchen aus. In der Kirche von Grenchen empfingen sie wohl die Taufe und besuchten die Gottesdienste. Als gesichert gilt die Tatsache, dass einige der Familienmitglieder in der Kirche Grenchen bestattet wurden. Die Grabplatten der Herren von Grenchen wurden beim Kirchenneubau anfangs des 19. Jahrhunderts in die Fundamente der neuen St. Eusebiuskirche Grenchen eingemauert.


Es ist dennoch wünschbar, dass neben dem historisch korrekten Namen 'Burg Grenchen' auch der wahrscheinlich sehr alte Mundartname 'Bettleschloss' als Beinamen der Burg wieder in Gebrauch kommt.



Literaturverzeichnis





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A. Fasnacht 03/2002