Burg Grenchen - Bettleschloss
Erste Besiedlungsperiode
11. bis Mitte 12. Jahrhundert: Wall und Holzbauten

Die Füllung des Walls enthielt kleine Brocken verkohlten Holzes, Ziegelfragmente wohl römischer Herkunft sowie ein altertümliches Keramikfragment, das in die Jahrtausendwende zu datieren war. Das meiste Material für den Wall gewann man vermutlich durch den Aushub und die Ausebnung der Terrasse. Der Wall war wohl zusätzlich mit einem Holzzaun erhöht. Der Zaun hielt das Vieh im inneren Bereich und schützte vor Eindringlingen aller Art.
Bild aus: Mauern und Zäune im Dorf (Mecklenburg)
Blick vom Burghügel auf den nördlichen Teil der Terrasse und den Wall, hinter dem Wall der Schlossgraben (Bild: 8.3.2003)
Spuren von Holzbauten mit Feuerstelle im Bereich der Fläche W. Funde: Tierknochen, Keramikfragmente (11./12. Jahrhundert), Hufeisen von kleinwüchsigen Pferden, ein langes Messer mit Griffdorn.
Terrasse, Fläche W: Ungefähre Lage der Feuerstelle. Links: Wall. Rechts: Nordwestl. Abhang des Burghügels (Bild: 8.3.2003)

Burg Grenchen als Holzburg (1000 - 1150). Versuch von A. Fasnacht.
Quadratischer Holzbau (5 x 5 m) mit Steinsetzungen im Bereich der Fläche K. Funde: Tierknochen, Keramikfragmente (11./12. Jahrhundert), Eisenteile wie Nägel verschiedener Grösse sowie Türangeln, Angellager, einen Schlüssel, Hufeisen und eine Pfeilspitze. Die Steinsetzung stellte offenbar ein Gehniveau dar. Von den sich deutlich abhebenden Steinreihen dienten wohl zwei, die rechtwinklig aufeinander zuliefen, als Auflager für die Schwellbalken des Holzgebäudes. Unter den Steinsetzungen konnte eine weitere Kulturschicht ausgemacht werden, die dem 11. Jahrhundert zuzuordnen war.
Ueber die Konstruktionsweise der Holzbauten lässt sich heute nichts mehr feststellen. Es könnte sich durchaus um einfache Fachwerkbauten gehandelt haben. Diese Technik findet man wieder (durch Funde bestätigt) bei den Anbauten der Steinburg.

Blick hinunter vom Burgtor auf die Fläche K, den ungefähren Bereich der Steinsetzungen
am südwestlichen Ende der Terrasse (Bild: 8.3.2003)
Die in Fläche W aufgefundene Feuerstelle und Fragmente von Ofenkacheln aus dem späten 11. Jahrhundert, die im Bereich der Steinsetzung (Fläche K) gefunden wurden, weisen darauf hin, dass die Holzbauten bewohnt waren.
Plan aus:
Meyer, Werner
Die Burg Grenchen. Ein Beitrag zur wissenschaftlichen Burgenforschung.
Jahrbuch für Solothurnische Geschichte. Hrsg. vom Historischen Verein des Kantons Solothurn.
Bd 36 (1963). S. 200
A. Fasnacht 06/2002