
Das Teerfass wird dieser schlichte, in seiner Gestaltung auf die Architektur des Parktheaters antwortende Brunnen im Volksmund genannt wird, wurde schon vor vielen Jahren in den Park hinter dem Parktheater verbannt. Doch der Grenchner Künstler und Bildhauer Fritz Flury schuf mit dem Brunnen etwas Besonderes.

Brunnen am ursprünglichen Standort, der Sockel für die Plastik "Unendliche Schleife" von Max Bill ist schon vorbereitet.

Brunnen am ursprünglichen Standort
Bildernachweis:
Brunnen am heutigen Standort: Rainer W. Walter
Beide Bilder des Brunnens am ursprünglichen Standort: Parktheater Genossenschaft Grenchen
|
In den Park verbannt
rww. Bei der Einweihung des Parktheaters 1955 stand vor dem Gebäude die eindrückliche Plastik von Max Bill Unendliche Schleife nicht allein. Als Kontrapunkt zu ihr schuf der Grenchner Bildhauer Fritz Flury einen schlichten walzenförmigen Brunnen aus schwarzem Stein. Beide Kunstwerke sollten den Raum vor dem Eingang zum Theatertrakt beleben und ihm Tiefe verleihen. Ursprünglich war vorgesehen, dass dieser Raum niemals als Autoparkplatz dienen dürfe. Aus diesem Grunde konnte die Bill-Plastik ohne Bedenken auf einem kleinen Podest erdnahe aufgestellt werden. Erst als sich die Autos den Platz endgültig zu eigen gemacht hatten, musste die Plastik mit einem hohen Absatz erhöht werden. Der kleine, in seiner Einfachheit überzeugende Brunnen, der ganz im Design der 50er Jahre gehalten war, stiess bei der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Das Teerfass wurde er genannt. Verärgert hatte er vor allem die Mütter. Der Ablauf war klein, und das meiste Wasser strömte über das polierte Rund des Steins. Sehr früh wurde er deshalb in den Park beim Parktheater verbannt. Nur einige Schritte neben der Gruppe Dursli und Babeli, welche auch der Künstler Fritz Flury geschaffen hatte, steht das Kunstwerk, leider kaum beachtet. Wenn in diesem Jahre das 50jährige Bestehen des Parktheaters gefeiert wird, sollte der Brunnen wieder stärker ins Zentrum gerückt werden.
|