
Einweihungsfeier des Mazzini-Denkmals am 29. August 1954. Im Hintergrund rechts, die Stadtfahne von Genua.

Reformierte Kirche Grenchen im Bau, ca. 1923

General Guisan in Grenchen: Am 12. Juli 1945 spricht der General auf dem heutigen General Guisan Platz, zwischen den Schulhäusern I und II.
Bildernachweis:
Sammlung Hans Kohler, Grenchen
Ref. Kirche Grenchen: Ref. Kirchgemeinde
Grenchen
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Von verschiedenen Jubiläen und Festtagen im Jahre 2005
rww. Neben den runden Jubiläen von 100 und 50 Jahren gäbe es im Jahre 2005 einiges noch zu feiern. Das 125jährige Bestehen der reformierten Kirchgemeinde und der 200. Geburtstag von Giuseppe Mazzini sind dabei die herausragendsten.
Giuseppe Mazzini wurde 1805 in Genua geboren. Er gehörte in jungen Jahren schon dem Geheimbund der Carbonari an und beteiligte sich früh an verschiedenen Aufständen gegen die Herrschenden. Diese Tatsache und seine Schriften, die grosse Verbreitung fanden, führten dazu, dass Mazzini immer wieder auf der Flucht war. Aber immer wieder fand er Gleichgesinnte, die ihm Schutz und Asyl gewährten. Vom 26. April 1835 an fand er bei der Familie Girard Zuflucht im Bachtelenbad. Hier redigierte er die Zeitschrift La jeune Suisse/Die junge Schweiz und gründete die Dachorganisation aller revolutionärer Gruppierungen, Das junge Europa. Als der Druck des Auslandes und des Eidgenössischen Vorortes auf Solothurn immer stärker wurde, nahmen ihn die Stimmberechtigen Grenchens am 12. Juni 1836 ins Bürgerrecht auf. Dieses mutige Unterfangen wurde jedoch von der Solothurner Regierung rückgängig gemacht. Am 1. Januar 1837 verliess Mazzini Grenchen und begab sich nach London. Man weiss heute, dass er später mehrmals nach Grenchen gekommen war. Im Verlaufe des Jahres 2005 werden verschiedene Anlässe, nicht zuletzt jene der Stadt und der Mazzini-Stiftung, auf den 200. Geburtstag des bedeutenden Italieners Bezug nehmen.
Reformierte Kirchgemeinde gegründet
1880 zählte man in Grenchen bereits mehr als tausend Protestanten. Diese Tatsache bewog einige Männer am 14. Mai 1880 eine Versammlung reformierter Familienväter einzuberufen. Diese Versammlung wurde von Fabrikant Zumstein-Girard präsidiert. Er erbrachte den Nachweis, dass eine reformierte Kirchgemeinde gegründet werden müsse. Dies geschah und sofort wurden die Statuten ausgearbeitet. Die protestantische Kirchgenossenschaft, welche diese Statuten erliess, umfasste 139 Mitglieder. Recht schnell, nämlich bereits am 21. Juni 1880 wurden die Statuten vom Solothurner Regierungsrat genehmigt. Damit war formal und juristisch die reformierte Kirchgemeinde gegründet. Pfarrer Hugi aus Arch nahm am 1. Juni den Konfirmandenunterricht auf, und am 21. Juli begann der Gottesdienst, der vorerst monatlich einmal stattfand. Mit verschiedenen Anlässen wird die reformierte Kirchgemeinde im Verlaufe des Jahres an den 125. Geburtstag ihrer Institution erinnern.
Der General besucht Grenchen
Vor 60 Jahren - 1945 - besuchte auf Einladung der Offiziersgesellschaft General Henri Guisan Grenchen. Der grosse Anlass fand am 12. Juli statt. Der Empfang des Generals fand um 15.30 Uhr bei der Ebauchesfabrik A. Schild AG (ASSA) statt. Nach der Fabrikbesichtigung wurde der General von rund 7'000 Grenchnerinnen und Grenchnern auf dem Schulhausplatz zwischen den beiden Schulhäusern I und II empfangen. Zu diesem Anlass verfasste Walter Leuenberger einen Prolog, Gemeindeammann Adolf Furrer hielt die Begrüssungsansprache und der General wandte sich in deutscher und französischer Sprache an die Bevölkerung. Die Kinder schwenkten rote Fähnchen, welche die Aufschrift trugen Grenchen ehrt den General Henri Guisan. Heute erinnert eine von Peter Travaglini geschaffene Bronzetafel am Schulhaus I an diesen Besuch. Ursprünglich war vorgesehen einen abgestuften grossen Gamellenbrunnen von Peter Travaglini zur Ehren des Generalbesuchs zu errichten. Dieses Projekt scheiterte dann aber an den fehlenden Finanzen.
125 Jahre sind es her, dass die Gemeinde die erste öffentliche Brückenwaage erstellte. Diese befand sich zwischen dem Restaurant Ochsen und dem Markthof. Diese Waage kostete damals 2'500 Franken. 1947 wurde diese Waage an den heutigen Standort nördlich des SBB-Güterschuppens verlegt. Die Gemeinde musste den SBB zwei Franken pro Quadratmeter Boden bezahlen, und die Waage koste 17'000 Franken. Im Jahre 2003 resultierten aus Waagegebühren 537 Franken. Es ist nicht anzunehmen, dass der Geburtstag dieser Waage gefeiert wird.
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