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Grenchen, nein danke, ich lebe gerne in meinem Quartier.Kultur-Historisches Museum Grenchen:Eine Austellung im Rahmen der Grenchner Wohntage 2007, vom 31. Okt. 2007 - 24. Feb. 2008. fürs Internet aufbereitet von Alfred Fasnacht |
![]() Museums-Gesellschaft Grenchen |
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Inhalt Die Projekte: Einleitung Beispiel Kastels & Ziegelmatt Ziele und Vorgehen Quartiere: Definitionen & Wahrzeichen Zufriedenheit & Mobilität Quartiersbewertung & Sozialraumorientierung Engagement & Aktivität Beispiel "Läbigs Lingeriiz" Hektarraster-Karten Weitere Informationen, Links Ein wenig Geschichte und alte Pläne ![]() |
Quartiere: Definitionen und Wahrzeichen Quartierdefinition als Zeichen von Identität. Zwei Arten von Quartierdefinition. Wahrzeichen in den Quartieren. Quartierdefinition als Zeichen von Identität ![]() Wie definiert jemand sein Quartier? Wird dazu ein Quartiername verwendet? Ist dieser Quartiername geläufig und oft benutzt? Oder wird das Quartier eher auf ein räumlich engeres Umfeld charakterisiert? Etwa durch Strassennamen oder durch spezifische Namen, welche nur ein sehr kleines Gebiet bezeichnen? Wird auf ein Wahrzeichen verwiesen? Oder besteht überhaupt keine klare Vorstellung, wie man das eigene Quartier benennen soll? Die Frage nach dem Quartier ist eine Frage nach dem Bezugsraum und damit auch eine Frage nach der räumlichen Weite des als Nachbarschaft verstandenen Gebiets. Der Frage nach dem Quartiernamen wird die Frage nach den Wahrzeichen im Quartier zur Seite gestellt. Diese geben ebenfalls Hinweise auf den Grad einer gemeinsamen Quartieridentität. Zudem sind sie auch Indikatoren für positive oder negative Eigenschaften eines Quartiers. Zwei Arten der Quartierdefinition ![]() Die Stadt Grenchen ist in kurzer Zeit sehr schnell gewachsen und hat hohe Schwankungen hinsichtlich seiner Zahl Bewohner/innen erlebt.
Die Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt, dass sich (einheitliche) Quartiernamen als Bezeichnungen für das eigene Wohnumfeld nicht durchgehend eingebürgert haben - wie dies bei den interviewten Experten und Expertinnen aus Verwaltung, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen der Fall ist. Generell lassen sich zwei räumliche Artender Wohnumfelddefinition feststellen: 1. Es werden grössere Gebietseinheiten benannt, etwa durch die Verwendung von verbreiteten Quartiernamen oder mehrere Quartiere umfassende räumliche Einheiten. 2. Es wird auf das unmittelbare Umfeld Bezug genommen, wobei das eigene Quartier durch einen Strassennamen oder ein Wahrzeichen definiert wird. Quartierdefinitionen Wie nennen Sie das Quartier, in dem Sie wohnen? Von 1030 erfassten Personen füllten 12% diese Frage nicht aus. 5% gaben an, das Quartier habe keinen Namen oder sie wüssten den Namen nicht. Die restlichen 83% trugen 266 verschiedene Bezeichnungen ein! Die Aussagen der Befragten lassen sich folgendermassen quantifizieren: · 37% verwenden einen üblichen Quartiernamen; darunter werden Quartiernamen verstanden, welche von einer grossen Anzahl der Befragten genannt oder in mehreren Experteninterviews zwecks Gebietsklassifizierung erwähnt worden sind (z.B. Däderiz).
Knapp die Hälfte der Befragten verwendet eine übliche oder seltene Form von Quartiernamen. Quartiernamen haben sich nicht durchgehend eingebürgert. Hier interessiert es nun, ob hinsichtlich der Stadtquartiere Grenchens eine Differenz in der Quartierbenennung auszumachen ist, oder ob der Wohnort keinen Einfluss auf die Benennung des eigenen Quartiers hat. Insbesondere die EinwohnerInnen der Quartiere im Norden und die der neueren Quartiere wie Munters bezeichnen ihre Wohnorte mit einem üblichen Quartiernamen. Beim Zentrum und den daran anschliessenden Quartieren sowie im Süden bzw. Südosten ist die Definition über eine andere Bezeichnung als den Quartiernamen bedeutend grösser. Eine geringere Quartier-Identifikation kann somit für jenen Süd-Ost Korridor in Grenchen ausgemacht werden, welcher stärker von Verkehrswegen und Industrie geprägt ist. Ein Vergleich zeigt, dass vor allem im Zentrum und den ans Zentrum angrenzenden, durch Verkehr und Industrie belasteten Gebieten keine übergeordneten Quartierbezeichnungen etabliert sind, sondern vielmehr kleinräumige Selbstdefinitionen des Wohnumfelds dominieren. Dies im Gegensatz zum Beispiel des Lingeriz.
![]() Luftbild Grenchen mit Quartierseinteilung. Zum Vergrössern aufs Bild klicken. Bild: Baudirektion Grenchen. Wahrzeichen Wahrzeichen in den Quartieren ![]() 60% aller genannten Wahrzeichen lassen sich auf die drei Grobkategorien Kontaktorte, Lage und Architektur zusammenfassen. Infrastruktureinrichtungen für Kinder und Jugendliche (z.B. Schulanlagen oder Spielplätze) oder Erwachsene (z.B. Restaurants) umfassen nahezu 30% der Nennungen. Beide Kategorien bezeichnen Kontaktorte, in und auf denen sich das öffentliche Leben abspielt, wo alltägliche Begegnungen stattfinden und möglich sind. Solche Wahrzeichen scheinen (im Guten oder im Schlechten) stark im Bewusstsein der Quartierbewohner verhaftet. Sie unterstreichen die Bedeutung des Sozialen und der Kommunikation für die Stadtentwicklungspolitik. Wo solche Wahrzeichen bestehen werden sie erkannt und benannt. Als ebenso wichtig erweisen sich die Lage und die Architektur. Mit ersterer sind durchgehend positive Eigenschaften wie etwa Naturnähe, Aussicht und Exposition oder die Anbindung an den öffentlichen Verkehr verbunden. Es spielt offenbar eindeutig eine Rolle, wo in Grenchen das Quartier liegt (Waldrand, erhöht, Aussicht, etc.). Architektur hat eine ambivalentere Konnotation. In diese Kategorie fallen sowohl Einfamilienhäuser oder Terrassenhaussiedlungen, welche auf grössere Wohn- und Aussenräume verweisen, als auch Wohnblocks und Hochhäuser, welche eine eher neutrale bis negative Zuweisung (Sozialwohnungen, Dichte, keine Gärten) besitzen. Bei der Gruppe der Nennungen mit einem massgeblich geringeren Anteil, stechen die Kategorien Verkehr und Industrie bzw. Personengruppen hervor. Beide tragen positive als auch negative Aspekte in sich. Beim Verkehr sind Aspekte wie Bahn, Coop-Tankstelle etc. wohl auch mit Auswirkungen wie Lärm verbunden. Bei der Kategorie Personengruppen kann die Nennung "Ausländer" positiv (multikulturell), neutral oder negativ gemeint sein. In den Antworten wurde diese Kategorie allerdings überwiegend mit negativen Feststellungen verbunden. Keine Wahrzeichen als Kennzeichen ihres Wohnquartiers führen 13% der Befragten an. Im Weiteren haben rund 20% der Befragten die Frage nach den Wahrzeichen gar nicht ausgefüllt. Aufgrund der Ausfallquoten bei offenen Fragen im gesamten Fragebogen könnte schätzungsweise ein Drittel dieser leeren Antwortfelder als keine Wahrzeichen vorhanden interpretiert werden. Das würde heissen, dass rund 20% der Befragten keine besonderen Erkennungsmerkmale für ihr Quartier ausmachen. Die Aufschlüsselung der wahrgenommenen Wahrzeichen nach Quartieren macht folgende Unterschiede deutlich: Das Quartier Bahnhof Nord / Bodenrain entspricht hinsichtlich der Prozentanteile der Wahrzeichen dem Grenchner Durchschnitt. Hier sind Infrastruktureinrichtungen, Architektur, die Lage sowie die Schul-, Spiel und Freizeitanlagen die meist genannten Wahrzeichen. Ähnliches gilt auch für das Gebiet Süd-Ost (mit Freimatt, Brühl, Riedern, Leimen), wobei hier der Verkehr und die Industrie der Lage den Rang ablaufen. Wie zu erwarten ist dominieren im Zentrum Infrastruktureinrichtungen (Läden, Restaurants, etc.) und in den Quartieren, wo die Schulhäuser angesiedelt sind (z.B. Kastels) das Wahrzeichen Schul-, Spiel- und Freizeitanlagen. Markante Differenzen gegenüber den meistgenannten Wahrzeichen kommen aber auch vor. Im Munters rangiert vor Lage und Architektur das Wahrzeichen Landmark. Es gibt Quartiere, die sich durch geschichtliche Bezüge definieren. Dabei handelt es sich um das Wahrzeichen des Römerbrunnens. Dieser veranlasste viele Befragte des Munters, dem Quartier sogar den Namen Römerbrunnen zu geben.
Mit einem Viertel der Nennungen sticht bei den Quartieren Schmelzi und Bachtelen die Lage hervor. Dies verwundert aufgrund der naturnahen Randlage der beiden Quartiere wenig. Beim Däderiz rangieren wie beim Lingeriz der Aspekt Personengruppen weiter oben als bei den restlichen Quartieren. Beim Lingeriz fällt zudem auf, dass der Punkt Architektur mit 33% einen viel grösseren Anteil einnimmt als bei allen anderen Quartieren. Dasselbe gilt für die negative Wahrzeichen wie Dreck, Lärm, welche mit 10% an dritter Stelle liegen. Die Betrachtung der Feinkategorisierung (45er-Kategorie) der Wahrzeichen lässt zudem einige Schlüsse auf die Konnotierung der Wahrzeichen zu. Angegeben sind pro Quartier alle Wahrzeichen, welche von 5% oder mehr der Befragten genannt werden. |