Schalenstein Grenchen

Der Schalenstein in Grenchen,
die erste Grenchner Kalender-Uhr

Editorial von Walter Kunz





DER SCHALENSTEIN IN GRENCHEN
die erste Grenchner Kalender-Uhr

Editorial von Walter Kunz

Gegen Abend eines sonnigen Wintertages zieht es mich wieder - wie seit Jahrzehnten - auf meinen Naherholungsspaziergang. Ich schreite den Eichholzhügel hinan und dabei fällt mir ein, dass diese Anhöhe früher als Munters oder Breitholz in Karten eingetragen wurde. Bald erreiche ich den Rand meines Wohnquartiers und ein herrlicher Panoramablick lässt mich aufatmen. Diese Aussicht auf unsere Grenchner Juraberge im Norden und im Süden die Aare-Witi, am Horizont bekrönt durch die majestätischen Berner Alpen, lässt mich den Alltag vergessen.

Beim Römerbrunnen komme ich ins Sinnieren: Warum konnten die Südländer hier zuoberst einen Brunnen und daher eine Villa Rustica bauen?

Unterdessen neigt sich die Sonne immer mehr dem Horizont zu und ich wende meine Schritte Richtung Schalenstein. Doch langsam schweifen meine Gedanken ab zum 22. Dez. 2003, als eine stattliche Schar Kulturinteressierter beim Schalenstein meinen Erläuterungen lauschte und wir alle den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende erleben durften. Ein gelungener Event der Museumsgesellschaft Grenchen.

Schalenstein, Linie der Wintersonnenwende mit Kreide markiert
Schalenstein Grenchen. Schalen-Linie der Wintersonnenwende mit Kreide markiert. Bild: A. Fasnacht


Unter dem Blätterdach des Eichholzwäldchens nähere ich mich gedankenversunken dem Findling. Ich finde mich auf meinen Kulturreisen in Frankreich wieder, zwischen den megalithischen Steinreihen von Carnac, vor dem christianisierten Menhir von St. Duzec oder im Dolmen (Table des Marchands) von Locmariaquer. Auch taucht die Erinnerung an den Dia-Vortrag 2002 auf, als ich den Schalenstein mit seinen "Brüdern und Schwestern" in der Bretagne verglich.

Jura im Licht vom 22 .Dez. 2003
Blick vom Schalenstein auf den Jura im magischen Licht des 22. Dezembers 2003. Bild: A. Fasnacht.


Jetzt lässt die Sonne unsere Landschaft in einem warmen, orange-goldenen Licht aufleuchten und senkt sich allmählich unter den Horizont des bernischen Büttenberges. Der Stein und ich schweigen. - Meldet sich nun der Ortsgeist und lässt mich wie damals als Student den Sonnenuntergang bei den steinzeitlichen Anlagen von Stonehenge und Avebury nochmals erleben? Auf der England-Schottland Studienreise des Geografischen Instituts der Universität Bern ein erleuchtendes Erlebnis!



"Könntest du nicht Wissen und Geheimnisse über den Schalenstein für ein breites Kulturpublikum ins Internet setzen?" So lautete ein Wunsch vor wenigen Monaten. Mit den folgenden Darstellungen soll dies geschehen:

Walter Kunz




Textrecherchen, Auswahl, Zusammenstellung:

Walter Kunz, pens. Bezirkslehrer sprachlich-historischer Richtung und Kulturführer,
Muntersweg 84, 2540 Grenchen SO








Bearbeitung fürs Internet, Links und Literaturverzeichnis:

Alfred Fasnacht, dipl. Bibliothekar, Holzmattweg 12, 3122 Kehrsatz BE




Grenchen, 4.4.04



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