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KU LTSTÄTTEN
Wer im Bernbiet nach Kraftorten und magischen Landschaften sucht, stösst unweigerlich auf Standorte urgeschichtlicher Siedlungen und Kultstätten. Da damals Land im Überfluss vorhanden war, wurde der Ort zum einen zweifellos nach seiner Sicherheit, der Verfügbarkeit von Nahrung, dem Klima und dem Anschluss an die wenigen Verkehrswege gewählt. Unter den Orten, die ihren Anforderungen entsprachen, wählten die Menschen der Frühgeschichte dann aber wohl jene Plätze aus, von deren energetischen oder magischen Eigenschaften sie sich angesprochen fühlten. Daher kann man davon ausgehen, dass Standorte alter Siedlungen schon deshalb besondere bioenergetische Eigenschaften haben. Das gilt im besonderen Masse für Kultstätten, denn ihre Standorte wurden sorgfältig gewählt. Die Schamanen oder Druiden spürten die «inneren» Kräfte der Natur, nahmen den Geist des Ortes unmittelbar wahr.
Fahles Licht am Nachmittag des kürzesten Tages - Magie eines Augenblicks.
Blick vom Schalenstein (Eichholz Grenchen) auf den Jura. Bild: A. Fasnacht.
Zahlreiche alte Kultstätten des Bernbiets lagen auf Hügeln, die wie Inseln vom sumpfigen, mit Urwald bewachsenen Talboden umgeben waren. Im überbauten Mittelland bilden sie auch heute wieder Inseln der Natur inmitten der Kulturlandschaft. Auf ihnen liegen noch immer zahlreiche Zeugen der einstigen Heiligtümer. Vermutlich sind jedoch viele der alten Kultstätten in Vergessenheit geraten. Dank der intensiven Erforschung der urgeschichtlichen Stätten des Bernbiets in den letzten drei Jahrhunderten konnten zahlreiche Standorte untersucht und unter Schutz gestellt werden. Sie sind seltene, wertvolle Zeugen der Kultur des hiesigen Altertums und eindrückliche Kraftorte.
Neben den erhöhten Bioenergien wirken bei prähistorischen Stätten auch Schwingungen, die sich kaum fassen lassen. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass im Kraftfeld von Orten Informationen aus der Vergangenheit gespeichert sind. Die Menschen, die an diesen Orten die Verbindung zum Mysterium fanden, haben gewissermassen einen Pfad geschaffen, der uns wiederum den Zugang erleichtert. Jenseits des trennenden Denkens ist alles miteinander verbunden. Innen und aussen, Vergangenheit und Zukunft, das Ich und die Welt. Ein schamanisierender Freund vergleicht Kultstätten mit Zugängen zu einem multidimensionalen kosmischen Internet, das unabhängig von Zeit und Raum existiert. Kultstätten sind Verbindungen zur Weisheit der Vorfahren. Es ist deshalb hilfreich zu wissen, wie diese lebten. Eingestreut finden Sie Hintergrundtexte zu den verschiedenen Phasen der jüngeren Urgeschichte. Oft sind Kultstätten mit Sagen verbunden. In vielen Fällen erzählen diese kaum noch die ursprüngliche Begebenheit, doch allein die Tatsache, dass eine Sage überliefert ist, verweist auf die Bedeutung dieser Orte.
Um die Kraft eines Ortes aufzunehmen, bedarf es der entsprechenden Einstellung. Die Wirklichkeit der Kraftorte liegt ausserhalb der engen kulturellen Schranken, zwischen denen sich unser Normalbewusstsein bewegt. Was taten aber die Menschen früher, um den Zugang zu den Kräften ihrer heiligen Stätten zu finden? Sie überreichten dem Geist des Ortes Gaben und versetzten sich mittels verschiedener Methoden auf eine andere Ebene des Bewusstseins. Genau das tun noch heute viele Mitglieder von Naturvölkern, aber auch zunehmend Menschen der industrialisierten Welt, die den Wert solcher Handlungen wiederentdeckt haben.
Text aus:
Hänni, Pier: Magisches Bernbiet. Wanderungen zu Orten der Kraft im Emmental, Schwarzenburgerland, Seeland und Mittelland. - Aarau: AT Verlag, 2003. - 320 S., ill.
ISBN 3-85502-804-4
S. 13-14
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