Generalstreik 1918 in Grenchen
Max Rüdt
Versuch einer positiven Wertung der Person
von Alfred Fasnacht
Mit diesem Beitrag soll Max Rüdt, ehemaliger Solothurner Kantonsrat, Grenchner Gemeinderat und Präsident des Streikkomitees während des Generalstreiks 1918 in Grenchen, in das richtige Licht gerückt und aus heutiger Sicht gewürdigt werden.
Max Rüdt wurde die Hauptschuld angelastet für alle negativen Vorkommnisse während der Generalstreiktage in Grenchen. Die lokale und sogar die schweizerische Presse zettelte eine masslose Hetzkampagne gegen Rüdt an. Schliesslich musste Rüdt im Jahr 1919 von allen Aemtern zurücktreten. Die meisten Freunde verliessen ihn. Im gleichen Jahr es kam zum Ausschluss aus der SP des Kantons Solothurn.

Max Rüdt (vorne, dritter von rechts mit Stehkragen) neben einer Barrikade auf dem Bahnhof Grenchen-Süd
Bild aus meiner Sammlung
All das steht in keinem Verhältnis zu dem, was Max Rüdt tatsächlich angelastet werden kann. "Max Rüdt wurde zu einem Dämon, Verführer der Jugend und Grenchner Sowjetdiktator gemacht". So formuliert es Jean Maurice Lätt in seiner Geschichte der Arbeiterbewegung des Kantons Solothurn.
Max Rüdt war ein engagierter Sozialist, der sich voll und ganz einsetzte für die Belange der Partei und der Arbeiterbewegung in Grenchen und im Kanton Solothurn. Mit Max Rüdt hatte man sich voreilig eines wertvollen Mitstreiters für die Sache der Arbeiterschaft entledigt.
Max Rüdt - Kurzbiografie, Autoren über Max Rüdt
Max Rüdt - Auszug aus dem Begnadigungsgesuch an den Bundesrat
Fragen an Max Rüdt
Rüdt's "feige" Flucht

Bruchsteine als Barrikaden auf dem Bahnhof Süd Grenchen.
Rechts hinter dem hellen Stein: Max Rüdt
Bild aus meiner Sammlung
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A. Fasnacht 09/2001