Alter Hauensteintunnel und Bahnstrecke
Der in den Jahren 1854-1858 gebaute Hauensteintunnel (Schweizerische Centralbahn SCB) war der erste grosse Eisenbahntunnelbau der Schweiz (Länge: 2,5 km).
Der alte Hauensteintunnel wurde ausschliesslich in Handarbeit ausgebrochen. So waren Pickel, Handbohrer und Brechstange die wichtigsten Werkzeuge. Zum Sprengen verwendete man noch Schwarzpulver. Den wirkungsvollen Sprengstoff Dynamit gibt es erst seit 1867.
Die kurvenreiche und steile Anfahrt (Steigungen bis 26,3 Promille) zum Tunnel war den Ansprüchen des internationalen Eisenbahnverkehrs nicht mehr gewachsen. Fast 60 Jahre nach dem Bau des Tunnels eröffneten die SBB 1916 den neuen Hauenstein-Basistunnel.
- Strecke: Olten-Sissach.
- 5500 Arbeiter (Tunnel und Bahnstrecke), davon 80% Ausländer, vor allem Süddeutsche, nur 74 Italiener.
- 150 Unfalltote, davon 63 beim Einsturz eines Schachtes.
- Die Arbeiter brachten ihre Handwerkzeuge (Pickel, Schaufeln) selber mit, mussten sie also selber berappen.
- Arbeitszeit 12 Stunden pro Tag, Präsenzzeit meistens 14 Stunden pro Tag. Man arbeitete oft auch an Sonntagen, also 72 bzw. 84 Stunden in der Woche.
Unterkunft der Arbeiter in Trimbach und Läufelfingen teils bei Privaten und teils in Baracken. Hygiene schlecht. Bei einer Choleraepidemie waren die Bahnarbeiter besonders stark betroffen. Vor allem in Trimbach und Läufelfingen war die Fremdenfeindlichkeit stark verbreitet.
Interessantes aus der Geschichte der alten Hauensteinstrecke
Aus dem SBB Nachrichtenblatt 1954
Streckenbau am Hauenstein 1853-1858
Historische Lokomotiven
Literaturempfehlung:
Frey, Heinz, und Ernst Glättli: Schaufeln, Sprengen, Karren. - Arbeits- und Lebensbedingungen der Eisenbahnarbeiter in der Schweiz um die Mitte des 19. Jahrhunderts .- Diss. Phil I, Universität Zürich.-Zürich: Chronos Verlag, 1987. - ISBN 3-905278-19-7. - 496 S., Ill. Inhaltsschwerpunkt: Der Bau des ersten Hauensteintunnels 1854-1858.
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