Lötschbergtunnel 1906-1913
In der Kurzfassung der BLS-Geschichte im Internet liest man folgenden Passus:
"Der Kanton Bern, der mit der Inbetriebnahme der Gotthardbahn im Jahr 1882, von der Nord-Süd-Hauptverkehrsachse ferngehalten worden war, schöpfte alle seine föderalistischen Rechte aus, um eine eigene Transitbahn zu erstellen. Allerdings konnte von der Eidgenossenschaft mit keiner finanziellen Hilfe gerechnet werden. Die Bundesbehörden wehrten sich vehement gegen eine konkurrierende Transitachse. So blieb Bern nichts anderes übrig, als die Geldmittel anderweitig zu beschaffen. Diese kamen unverhofft aus dem westlichen Nachbarland. Da Frankreich 1871 das Elsass und Lothringen mitsamt dem Grenzübergang Basel an Deutschland verloren hatte, waren Wirtschaftskreise aus Paris interessiert daran, das bernische Unterfangen mitzufinanzieren."
Das für den Bau der Lötschbergbahn gegründete Baukonsortium "Entreprise Générale du Loetschberg (EGL)" baute schliesslich den Lötschbergtunnel in den Jahren 1906-1913.
Die zweite Nord-Süd-Verbindung der Schweiz wurde realisiert.
Die Arbeiterunterkünfte in Kandersteg und Goppenstein waren im Vergleich zu den früheren Tunnelbaustellen stark verbessert, dies vor allem bezüglich Hygiene, Wucher, Verpflegung und medizinischer Versorgung. Die Bauleitung der EGL schaute rechtzeitig für humane Wohnunterkünfte und ausreichende Versorgung der Tunnelarbeiter und ihrer Familien. In Goppenstein und in Kandersteg war die Organisation Bonomelli zuständig für Schulen, Fürsorge und geistliche Betreuung.

Kandersteg zur Zeit des Tunnelbaus: Unterkunftsbauten für die Tunnelarbeiter
Beim Bau des Lötschbergtunnels zeigte es sich mit tragischer Deutlichkeit, welchen Gefahren die Tunnelbauer täglich ausgesetzt waren.
- 1908 Februar: Lawinenunglück in Goppenstein: 13 Tote
- 1908 Juli: Tunneleinbruch unter dem Gasterntal: 26 Tote
- Der Bau des Lötschbergtunnels forderte insgesamt 64 Todesofper.

Goppenstein: Tunnelarbeitersiedlung
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