Der Römische Gutshof Breitholz, GrenchenDie Funde der römischen Villa rustica von Grenchen-Breitholz und ihre Datierung.von Walter Drack |
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![]() ![]() Bild aus: JB für Solothurnische Geschichte, Bd. 40 (1967). ![]() Bild aus: Urschweiz 5, 1941. S. 8 ![]() Bild aus: Urschweiz 5, 1941. S. 9
Keramikfunde und Rekonstruktionen. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht
Keramikfunde und Rekonstruktionen. Henkelkrüge, vorne links eine Spinnwirtel. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht ![]() Schüssel, verziert mit konzentrischen Kreisen. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht ![]() Fragmente der Wandbemalung. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht ![]() Griff aus Bronze. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht
Wasserleitungen. Hinten Leitungsstück aus Ton, vorne Fragment einer Wasserleitung aus Blei. Ausgestellt im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Bild: A. Fasnacht ![]() Römische Bleileitungen: Querschnitte. Das in Grenchen gefundene Fragment einer Bleileitung entspricht der Abbildung rechts, gefaltet und gelötet. Bild: Internet Die 5 Tafeln zum Fundkatalog Zum Verzweigen in die Textstellen des Fundkatalogs klicken Sie auf die entsprechende Tafel.
5 Bilder Fundkatalog aus: JB für Solothurnische Geschichte, Bd. 40 (1967). |
Die Funde der römischen Villa rustica von Grenchen-Breitholz und ihre Datierung. Von Walter Drack Textversion zum Drucken. (PDF-Datei) 0. Späte Aufarbeitung I. Die Fundverhältnisse II. Versuch einer Datierung der Funde III. Zusammenfassung IV. Fundkatalog 0. Späte Aufarbeitung Im Winter 1940/41 führte die neu gegründete Museumsgesellschaft Grenchen mit Hilfe des Kantons und der Schweizerischen Römerkommission unter Leitung der Herren Prof. Dr. R. Laur-Belart, Basel, und Dipl.-Arch. A. Gerster, Laufen BJ, ihr erstes grosses Unternehmen durch. Es handelte sich um die Ausgrabung der römischen Villa rustica im Breitholz (LK 1126, 596 350/225 775). Sie dauerte mit wenigen Unterbrüchen vom 21. Oktober bis 15. Dezember. Die teilweise Räumung und Wiedereindeckung erfolgte im Februar 1941. Trotzdem die Ausgrabung schon ziemlich weit zurückliegt, hat man sie noch nicht veröffentlicht. Kurze Hinweise erschienen in der Urschweiz 5, 1941, 8-12, im Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte 32, 1940/41, 133-134, im JsolG 14, 1941,275 und 15, 1942, 185-188. Anlässlich eines Besuches in Grenchen im Jahre 1944 im Auftrag der Eidg. Zentralstelle für Arbeitsbeschaffung machte ich die Herren Dr. Hermann Hugi und Lehrer Werner Strub auf die Möglichkeit der Fundbearbeitung aufmerksam. Nachdem der Vorstand der Museumsgesellschaft mit einem provisorischen Projekt einverstanden war, erfolgte am 1. September 1945 die Herausgabe der Funde. Der allgemeine Eindruck von, der Aufbewahrung war ein guter. Weitaus der Grossteil der Schachteln und Schächtelchen wies Fundnotizzettel auf. Leider stellte ich jedoch an manchen Stellen eine ungewollte Vermengung fest, weil in der langen Zwischenzeit bessere Stücke für Vorträge und ähnliche Veranstaltungen gebraucht worden waren. Auf Grund gut geführter Wochenberichte der örtlichen Leiter Hürbin von Wegenstetten und Karpf von Holderbank-Solothurn konnten indes manche Funde wieder eruiert und lokalisiert werden. Dieser Umstand zeigt wieder einmal neu, wie notwendig es ist, dass die Grabungsleitung nicht nur auf die momentane Lokalisierung Wert legt, sondern ebenso sehr auf deren Katalogisierung. Die Ausgrabung ist eben mit der Reinigung des Arbeitsplatzes erst halbwegs beendet. I. Die Fundverhältnisse Dank der bereits erwähnten, gut geführten Grabungs- oder Wochenberichte war es möglich, mich in die Fundverhältnisse einzuleben, ohne die eine Charakterisierung der Funde nicht vorgenommen werden kann. Der Grundriss der Villa rustica vom Breitholz lässt sich an Hand der Wochenberichte folgendermassen knapp beschreiben: Raum 1: Nach Laur (JbSGU 1940/41, 134 oben) war dies die Halle. Die Mauern waren nur in den Fundamenten erhalten. Eine Kulturschicht fehlte völlig. Ziegelfragmente waren nur spärlich vorhanden. Raum 2: Auch dieser Raum war sehr schlecht erhalten. Ziegelreste fanden sich nur im Westteil. Räume 3 und 7: In beiden Räumen, die die Halle beidseitig nach aus sen abschliessen, lag keine Kulturschicht. Beide Räume waren bis auf die Fundamente ausgeraubt. Raum 4: Südostrisalit. Entsprechend seiner Lage stiessen hier die Ausgräber auf eine starke Bauschuttschicht mit sehr vielen Ziegeln, die zum Teil eine Tiefe von 1 m erreichte. Unter dieser Bauschuttschicht zog sich ein brandiger Streifen hin, in und unter welchem eine gut ausgeprägte Kulturschicht mit Hypokauströhrenfragmenten, Wandverputzresten, Teilen von Juramarmorplättchen und Brocken von rotem Mörtelboden lagerte. Hier wurden auch die Kugelamphore, rätische Keramik mit Warzenmuster, eine «Terra sigillata-Schale mit Augendekor» (wahrscheinlich das Töpfchenfragment Fig. 31!) sowie ein rundes «Sockelplättli» gefunden. - Die teilweise gut erhaltenen Mauerruinen waren am Steilhang durch Strebepfeiler verstärkt. An der Südostfront entdeckten die Ausgräber eine später zugemauerte Türschwelle. Raum 4b (Westteil des Raumes 4) : Raum 4 wurde durch eine, anlässlich der Ausgrabung nur noch schlecht erhaltene Trennmauer zweigeteilt. Die Ausbeute war hier bedeutend ärmer als im östlichen Teil, dem eigentlichen Raum 4. Im Raum 4b hoben die Ausgräber eine etwa 1 m lange Bleirohrwasserleitung. Raum 5: Der korridorartige Raum war wahrscheinlich der Portikus. Die Fundverhältnisse glichen jenen der Räume 3 und 7. Südlich dieses Raumes fand sich eine Wasseranlage. Davon unten mehr. Eine an die Südmauer (Aussenseite) angelehnte Feuerstelle dürfte jüngeren Datums sein. Raum 6: Pendant zu Raum 4: Südwestrisalit. Wie im Raum 4 fanden sich auch hier Spuren von zwei Bauperioden. Reste zweier Böden lagen in etwa 1 m Distanz übereinander. Den Zwischenraum füllte eine Bauschuttschicht mit Wandverputzresten, wenig Keramik und einem Schlüsselfragment aus. Hierher gehört unter anderem die Scherbe Fig. 20. - Leider war diese wichtigste Stelle der ganzen Ruine durch eine frühere Grabung gestört. Raum 8: Abtritt? Allerdings wurden keine Fäkalienrückstände fest gestellt. Raum 9: Nordwestrisalit. Er lag grossenteils unter der Strasse. Verhältnismässig wenig Ziegelreste. Wasseranlage : Südlich des Portikus stiessen die Ausgräber auf eine runde Zisterne von 2,3 m Durchmesser, in welche eine Quelle sprudelte und aus welcher ein mit flachen Kalksteinplatten gedeckter Kanal in südlicher Richtung verlief, dessen Mündung mit einem kleinen Tonnengewölbe ausgebaut war. Bei der Zisterne wurde ein Umbau festgestellt. - Terra sigillata-Scherben (Fig. 1), rätische Fragmente (Fig. 33) und bemalte helvetische Scherben (Fig. 27) lagen im Schlamm neben und auf den keilförmigen Tuffsteinen des Tonnengewölbes der Mündung. Auf der Sohle der Zisterne aber lagen unter anderem ein Schneidezahn eines jungen Bären und ein Hauer eines Wildschweines. - Die Zisterne ist nach der Ausgrabung konserviert und die Umgebung zu einem heimeligen Ruheplatz eingerichtet worden. II. Versuch einer Datierung der Funde 1. Die keramischen Funde a) Die Terra sigillata: Der Grossteil der Terra sigillata, einer hochrot und klingend hart gebrannten Keramik - auch römischer «Porzellan» genannt - gehört dem 2. Jahrhundert n. Chr. an. Die drei Scherben in Fig. 1 mit dem Eierstab mit Beistrich, den eigenartigen Amphoren, den beiden Hängegirlanden und den zwei verschiedenen Einzelblättchen stammen aus der Werkstatt des Töpfers CIRIUNA, welcher um die Mitte des 2. Jahrhunderts in Heiligenberg bei Strassburg im Elsass töpferte. Eine verwandte Schüsselscherbe stammt aus Eschenz (Garten Moosberger) (vgl. Urner-Astholz, Die römerzeitliche Keramik von Eschenz- Tasgetium, Thurg. Beiträge zur vaterl. Gesch., Heft 78, Taf. 20,3 und S. 59ff.). Ebenfalls aus Heiligenberg stammen die Scherben Fig.2-4, und zwar vielleicht sogar aus der gleichen Werkstatt. Der Löwe zum Beispiel kommt ebenfalls auf Schüsseln des CIRIUNA vor (vgl. Knorr, Die verzierte Terra sigillata - Gefässe von Rottweil, Stuttgart 1907, Taf. 25, 11). Neben diesen abgebildeten Scherben, die alle in die Mitte des 2. Jahrhunderts gehören, figuriert im Fundgut noch ein winziges Fragmentchen (G 1236) mit Perlschnurdekor, im Sinne des Andreaskreuzes, demnach aus der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr., in welche Zeit auch die Fig. 6-8 fallen. Die Fig. 10-12 und 14-17 reichen hingegen über die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert hinauf. Die Fig. 13, 18 und 19 gehören der 2. Hälfte des 2.Jahrhunderts an, könnten aber zum Teil sogar ins 3. hinaufreichen. b) Die Terra sigillata-Imitation: Die lange Zeit als «falsche Sigillata» bezeichnete sigillataähnliche, in der Qualität aber teilweise zurückstehende einheimische Keramik bezeichnen wir heute allgemein als Terrasigillata-lmitation (vgl. hierzu und zu den folgenden Typen W. Drack, Die helvetische Terra sigillata-lmitation des 1. Jahrh. n. Chr., Basel 1945). Die Fig.20-22 lassen sich zeitlich neben die Fig.6 stellen. Schüsseln von der Art der Fig. 23 gehören in neronisch-frühflavische Zeit, das heisst in die Mitte und kurz damach des 1. Jh. (Drack, 1. c., 80, bzw. 94ff.). c) Die bemalte helvetische Ware: Noch wenig untersucht ist, aber einmal zusammengestellt zu werden verdiente diese sogenannte «Renaissance»-Keramik der frühen bemalten helvetischen Keramik, welche um die Zeit um Chr. Geburt die Hochblüte erlebte und - allerdings meist in ärmlichen Surrogaten um 100 n. Chr. noch einmal auflebte. Entgegen der Meinung der örtlichen Grabungsleiter (s. Wochenbericht S. 14 f.) gehören nämlich die Scherben Fig. 26 und 27 ans Ende des 1. Jahrhunderts datiert und nicht an den Anfang. Für diese zeitliche Fixierung sprechen nicht zuletzt auch die klaren Fundumstände mitsamt den Beifunden. d) Die rätische Ware: Rätische Ware nennt man einen in unserer Gegend in römischen Ruinen sehr viel angetroffenen Keramiktypus, der besonders durch den «metallenen» Überzug hervortritt. Zur rätischen Ware aus Grenchen gehören die Fig.28-35 als Hauptvertreter. Das früheste Beispiel dürfte wohl Fig. 33 darstellen, zwei zusammenfügbare Scherben eines gros sen dünnwandigen Bechers, wie er im Fundgut aus der Engehalbinsel bei Bem zahlreich vertreten ist. (Vgl. hierzu O. Tschumi, Jb Bem. Hist. Museum 1929, 61 f., bes. 66). Ein Becher gleicher Art mit springendem Hirsch (Hist. Museum Bem 30269) kommt unseren Scherben am nächsten. Wahrscheinlich beruht die Ähnlichkeit der genannten und andere Stücke mehr nicht auf Zufall. Ein grosser Teil der «rätischen Ware» des Aaregebietes dürfte wohl eher als Engehalbinsel-Keramik bezeichnet werden (vgl. dazu Schulthess, JbSGU 1929, 86, 101). Wenig später als die besprochenen Scherben, das heisst in die 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts sind die Töpfchen mit Warzendekor wie Fig.28 und 29 (vgl. Germania Romana, Band V, 1930, 19 und Taf. 28; auch P. E. Scherer, Die vorgeschichtlichen Altertümer der Urschweiz, Mitt. Antiq. Ges. Zürich, Bd. 27, 4, Taf. 7) zu datieren. Zum Profil Fig. 35 habe ich mich in der Veröffentlichung der Funde aus der römischen Villa rustica von Bellikon, Kt. Aargau, geäussert (vgl. Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 5, 1943, Heft 2, 110 unter Nr. 2536). Zeitlich geht sie mit den eben besprochenen Fig. zusammen. - Zur Verzierung der Fig. 31-32 vergleiche man unter anderem Germania Romana, Band 5, 1930, 18 und Taf. 28, 4. e) Gallische henkellose Krüge: In der Keramik des 2., zum Teil noch 3. Jahrhunderts unserer Gegend nehmen die henkellosen Krüge einen gros sen Platz ein. Es ist darum nicht verwunderlich, wenn Fragmente solcher Gefässe bei jeder grösseren Ausgrabung zu Tage treten. Es handelt sich meistens um bauchige Krüge mit engen Öffnungen, auf mehr oder weniger hohen «Stengelfüssen». Sie sind in der Grosszahl schwarz. Einen Stengelfuss eines henkellosen Kruges gibt Fig. 36 wieder, Fig. 37 aber eine Mündungspartie. Von einem weiteren Krug liegen zahlreiche kleinere Fragmente vor. f) Die rot bemalte Keramik: Diese Keramik bildet innerhalb der Funde aus römischen Siedlungen unserer Gegend eine sehr weite Gruppe. Sie ist somit bei Bearbeitungen wie der vorliegenden nur schwer zu einer geschlossenen Einheit zusammenzustellen. Trotz der ziemlich einheitlichen Technik der roten Bemalung gehen die einzelnen Gefässe in bezug auf die Form sehr stark auseinander. Die Hauptvertreter der «Gruppe» bilden Schüsseln, wie sie aus Grenchen-Breitholz in den beiden Fig.-Zeichnungen 38 und 39 wiedergegeben sind. Weiter gehören hier behandelt die Fig. 55, 56, 58 (?) und 83, doch wurden sie der typischen Form wegen anderswo eingereiht (s. w. u.). Zeitlich ist die rot bemalte Keramik schwer zu fassen. Anscheinend schliesst sie an die helvetische Terra sigillata-Imitation an und dauerte das ganze 2. Jahrhundert hindurch. g) Die bronzierte Ware: Diese Keramikart hat meist einen hellbeigen Scherben, eine bräunliche «Haut», das heisst Überzug, welcher mittels eines goldenen Glimmerstaubes «bronziert» ist. Dieser goldene «Bronze»-Schimmer sollte wohl anfänglich Bronze vortäuschen, verlor aber mit den Jahren anscheinend den «Metallcharakten>, so dass bei Siedlungsfunden oft die bronzierten Gefässe an Hand der Formen (1) herausgesucht werden müssen. - Hierher gehören die Fig.40-44 und vielleicht noch 55, 56 und 62. Die Scherben stammten von Schüsseln, bzw. eine von der Schulterpartie eines Henkelkruges (Fig.42). Der früheste Vertreter ist ohne Zweifel Fig. 40, aus der Mitte des 1.Jahrhunderts stammend. Die übrigen dürften um 100 anzusetzen sein. h) Sogenannte Reibschalen, auch als Milchbecken bezeichnet: Abgesehen von Amphoren und grossen Vorratsgefässen wie Dolien, bilden die Reibschalen im Fundinventar römischer Siedlungen in bezug auf ihre Wandungsstärke und Grösse die markantesten Vertreter. Sie erscheinen hauptsächlich in zwei Techniken: entweder sind sie aus einem hellbeigen, mehligen Ton gefertigt und hernach ohne Zugabe eines Überzuges so belassen oder sie wurden später rot überzogen. Bei der zweiten Gattung ist der Scherben oft härter gebrannt. In Grenchen sind beide Arten vertreten. Ohne mich in Einzelheiten einzulassen, möchte ich hier eine knappe Datierungsübersicht an Hand einzelner Fragmente geben. Die beiden Fig.45 und 49 bilden ohne Zweifel die beiden zeitlichen Marksteine für die Grenchner Reibschalen - oder Milchbecken. Fig. 45 zeigt das älteste, Fig. 49 hingegen das jüngste Profil. Die beiden Profile liegen rund 200 Jahre auseinander. Während nämlich Profilbildungen in der Art Fig. 45 noch in die 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts gehören können, reichen Reibschalentypen in der Art. Fig. 49 bis an die Schwelle des 4. Jahrhunderts (vgl. dazu unter anderem Argovia, Band 57,234). Zwischen diese beiden Marksteine lassen sich alle übrigen Profile einreihen: entsprechend ihrer Verwandtschaft mit dem ersten oder zweiten Beispiel früher oder später. Besonderer Erwähnung würdig sind die Randscherben Fig. 52 und 53, von welchen die eine den quergestempelten Inschriftrest . . . OP . . ., die andere aber die schwer leserliche, bzw. schwer deutbare Fabrikmarke C:MTIA oder CMITIA trägt. Leider konnte ich weder den ersten Stempel ergänzen, noch für den zweiten Analogien finden. Es sind wahrscheinlich Fabrikmarken kleinerer Töpfer, deren Produkte vielleicht eine ebenso kleine Verbreitung gefunden haben wie diejenigen aus der Werkstatt der Badener Reibschalentöpfer Gaius Valerius Albanus und Silvinus (vgl. Drack, Die römischen Töpfereifunde von Baden - Aquae Helveticae, Schriften des Inst. Ur- und Frühgeschichte der Schweiz, 1949). Zum Töpfernamen Gaius M(i?)tia oder M(e?)tia findet sich als nächste Analogie der Name Metia auf der Weiheinschrift des Helvetiers Togirix, des Sohnes des Metia, gefunden in Yverdon (vgl. Howald und Meyer, Die römische Schweiz, Nr. 175). i ) Schüsseln: Entsprechend der vielfachen Verwendungsmöglichkeit der Schüsseln erscheinen im römischen Fundgut selbstredend die verschiedenartigsten Formen. Der Grossteil hat eine napfartige Form mit steilen Wandungen und einem kräftigen Rand mit Rillung. Wenigstens trifft dies für die Nordschweiz zu. Merkwürdigerweise fanden sich in Grenchen nur Schüsseln mit Rändern ohne Rillung. Es ist dies um so auffälliger, als auch in Aeschi-Dornacker das gleiche der Fall war (vgl. P. Bouffard, Die Keramik des römischen Baues in Aeschi, JsolG 17, 1944, 93ff.). Soweit mir übrigens das Berner Material unter die Augen kam, scheint diese Schüsselart auch dort zu fehlen. - Wie dem auch sei, das mehr oder weniger einheitliche Gepräge der Grenchner Schüsseln deutet darauf, dass die Formen als ziemlich langlebig taxiert werden müssen; denn Schüsseln braucht man immer. Ich greife darum einzig die Fig. 66 heraus, weil sie meines Erachtens durch ihre Rippung mit den sogenannten Fassbechern des 3. Jahrhunderts in Beziehung gebracht werden kann (vgl. E. Oelmann, Kastell Zugmantel, Obergerm.-rätischer Limes, Lief. 32, 159 und Taf. 19, 9). k) Töpfe: Es liegen nur 3 Fragmente vor. I) Krüge, AmPhoren und Dolien: Von Krügen und Amphoren sowie Dolien sind im Breitholz verschiedene Fragmente gehoben worden. Zum Teil handelt es sich um Henkel, zum Teil um Wandungsstücke, schliesslich auch um Rand- und Bodenteile. Der Grösse wegen liessen sich die Reste der besagten Gefässe nicht gut in das Abbildungsmaterial der Kleinkeramik einordnen, ausgenommen die beiden Randstücke Fig. 71 und 72, beide aus weisslichem Ton, etwas mehlig, und selbstverständlich auch die Krugteile Fig. 73 und 76 oder etwa die Fig. 74 und 75, zwei Bodenteile von Krügen. Alle Reste der Krüge, Amphoren und Dolien lassen sich gut in das bereits gewonnene Zeitbild einordnen. Die beiden Prachtstücke der Breitholz-Ausgrabung sind eine Kugelamphore oder Dolium und eine engmündige Kugel-«Schüssel». Ein Randstück zu einer solchen Kugel-« Schüssel» hat P. Bouffard im Material von Aeschi veröffentlicht (l.c., 105, Abb. 7, 15). m) Das ;grobtonige Kochgeschirr: In unseren Landstrichen hat das grobtonige Kochgeschirr allgemein einen <La Tène-zeitlichen Charakter». Der Scherben ist meist stark gemagert, die Oberfläche trägt einen mehr oder weniger dicken Schlicküberzug und manche Gefässe sind handgeformt. Hierher gehören das Topffragment Fig. 78, die Schüsselscherbe Fig. 77, weniger Fig. 79 sowie die Fig. 80 und 82. Dieses Kochgeschirr, wie es allgemein, oder Schwarzhafnerware, wie es von den österreichischen Archäologen genannt wird, ist schwerlich zu datieren. Anscheinend hielt es sich bis ans Ende der römischen Okkupation, das heisst bis zum Beginn der Völkerwanderung. Es liegen ja genügend Beweise vor, die dafür zeugen, dass die Romanisierung in unseren Landstrichen am Ende des 2. Jahrhunderts ihre Prosperität mehr und mehr verlor und dafür das keltische Element mancherorts den Sieg davontrug, wie zum Beispiel in der Zählung der Strassenmasse, indem die Meilensteine durch Leugensteine ersetzt wurden u. a. m. (vgl. hierzu F. Stähelin, Die Schweiz in römischer Zeit, 2. Aufl., Basel 1931, 327). n) Frühmittelalterliche Scherbe : Wohl ein Streufund ist die eine frühmittelalterliche Scherbe Fig. 84 mit den zonenartig angebrachten Linien aus quadratischen Einstichen (vgl. unter anderem G. Bersu, Das Wittnauer Horn, Basel 1945, Taf. 33, Abb. 122, 30). 2. Die Reste römischer Wandmalerei Unter den dem Zerfall am meisten ausgesetzten Materialien aus den Ausgrabungen nimmt die Malerei den ersten Platz ein. Aber nicht nur ist sie meist schlecht erhalten, sondern sie wird überdies gerade wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes nicht in genügender Weise eingeschätzt und aufgehoben. Die wichtigsten Fragmente sind abgebildet. Es handelt sich um kleine und kleinste Brocken, meist nur mehr im obersten Malgrund erhalten. Er besteht aus einem feinen grauen Mörtel (Dicke nicht mehr erkennbar) mit einem minimen weisslichen Kalkverstrich, auf welchem die Farben entweder in Freskotechnik oder als Deckfarben aufgetragen sind. Fragment 1 (G 976) weist eine schwarze Grundierung (Fresko) mit Spuren brauner Übermalung (schraffiert: Deckfarben) auf, weisse Kreise, darin blaue Felder (ebenfalls Deckfarben). Fragment 2 (G 977), wohl das interessanteste Stück aus dem Breitholz, zeigt auf schwarzem Grund eine auf einen runden Schild (?) gestützte rechte Hand (?) (oder eine Pranke ?), diese braun getönt, - rechts davon rotes Feld (in der Zeichnung kariert). Über die Bedeutung bin ich mir nicht im klaren; doch ist es sicher, dass wir es hier mit einer figürlichen Darstellung zu tun haben, wie sie aus Augst in kleinen Bruchstücken im Basler Museum aufbewahrt werden, welche Szenen im gleichen Massstab(!) aus dem Amphitheater darstellen. (1966 kam unter dem Fundmaterial ein Malereirest zum Vorschein, der oben an Fragment 2 anzuschliessen ist) - Fragment 3 (G 983) zeigt ein kontinuierliches Doppelblattmotiv in grün (auf der Zeichnung schraffiert), links davon rosafarbenes Feld (kariert), rechts davon aber schwarz. Ähnliche Motive erscheinen in der Wandmalerei der römischen Schweiz da und dort: in gleichem Massstab auf kleinen Fragmenten aus dem römischen Bau in Eich, Kanton Luzern (Hist. Museum im Rathaus Luzern), etwas grösser auf einem Stück aus Herzogenbuchsee (Museum Solothurn). Fragment 4 (G 980) gibt eine lineare Musterung wieder: ein über Braun gemaltes ziegelrotes Band zwischen zwei gleich breiten weissen Streifen grenzt ein schwarzes Feld ab. Fragment 5 (G 979), ein Bruchstück aus einer schwarzen Wand, lässt die Reste eines zierlichen kleinen Girlandenmotivs erkennen, wahrscheinlich ehemals braun. So klein die beschriebenen Fragmente sind, so reich sind im Verhältnis die Anhaltspunkte, welche sie für die Rekonstruktion der Villa rustica im Breitholz bieten. Die erste und wichtigste Feststellung ist, dass das Gebäude bemalte Räume hatte. Das ist für kleinere römische Gebäude nicht absolut notwendig, wenigstens nicht in der Reichhaltigkeit, wie wir sie für Grenchen-Breitholz geltend machen müssen. Denn wir stellen an Hand der Fragmente weiter fest, dass von den bemalten Wänden zumindest eine rot und die andere schwarz gewesen sein muss, wahrscheinlich lagen sich aber in einem Raum (Raum 4 oder 6) je zwei rote, bzw. schwarze Wände gegenüber, wie das im Modell des sogenannten Militärspitals aus der Ecke Parkstrasse/Römerstrasse in Baden (Hist. Museum im Landvogteischloss in Baden) noch sehr gut zum Ausdruck kommt. Wie dem aber auch immer sei, die für die Hauptperiode geltend gemachten Wände waren sehr lebendig gehalten: lineare, vegetabile und figürliche Motive wechselten in bunter Folge. Hält man sich an die eben zitierten Badener Wände aus dem seiner Grösse wegen besser genannten Arzthaus und die Wände des im Musée romain de Vidy konservierten römischen Privathauses, dann reiht man die linearen Muster am ehesten als grosse Feldeinfassungen ein, die figürlichen - vorzüglich ihrer Grösse, das heisst ihres Massstabes wegen -lassen sich am leichtesten in der Wandmitte in der Art der kleinen pompeijanischen Genrebilder einfügen, die vegetabilen Motive und die kleinen Girlanden gehören zweifellos ganz oben als Wandabschluss platziert. (Vgl. Drack Walter, Die römische Wandmalerei der Schweiz, Basel 1950, Seiten 83 und 84). 3. Die Metallfunde Ausser dem im Fundkatalog unter Fig. 84 aufgeführten Bronzegriff fanden die Ausgräber noch ein Fragment eines kleinen dünnwandigen Gefässchens aus Bronze (Form nicht deutbar), aus Raum 6 stammend sowie eine längliche Bronzespitze. An Eisen wurde ausser mehreren Nägeln ein massiver, aber leider stark gerosteter Tragring eines Kessels gehoben (jünger ?). Schliesslich verweise ich auf die eingangs hingewiesene Bleirohrleitung in Raum 4b (s. w. 0.) (Fig. 87). 4. Die Baufunde Wie in allen andern römischen Villen fanden sich auch im Breitholz verschiedene Bauteile: Ziegelreste, Tubuli (Heizröhren), Hypokaustplatten, Hypokaustsäulenteile, Juramarmorplatten und ähnliches. 5. Die Glasfunde Ausser einem hellgrünen leicht durchsichtigen Bodenfragment Figur 86 liegen noch mehrere kleine Scherbchen eines sehr dünnwandigen Gläschens vor. Leider lässt sich die Form nicht mehr erkennen (G 990). 6. Andere Funde a) Botanische Funde: Aus dem Brunnenschacht wurden Hasel- und Walnussschalenreste aufgehoben. b) Zoologische Funde: Schädel eines Hundes, 1 Zahn von Rind, 1 Zahn von Hund (oder Wolf), 2 Zähne von Hausschwein (oder Wildschwein?). III. Zusammenfassung Die keramischen Funde - Münzen wurden leider ausser einem Berner Batzen aus dem Jahre 18. . keine gehoben (Werner Strub erwähnt im Heimatbuch Grenchen eine Vespasians-Münze; eine Silbermünze wird im Wochenbericht Seite 2 vermerkt; beide Stücke sind verschollen) - zeigen klar, dass die römische Villa rustica Grenchen-Breitholz frühestens um die Mitte des 1. Jahrhunderts erbaut und um spätestens 300 n. Chr. aufgelassen worden sein muss. Für die Baugeschichte an und für sich lässt sich leider der eingangs geschilderten Verhältnisse wegen nicht sehr viel spezielles herauspräparieren. Das Fragment Fig. 20 aus dem Bauschutt zwischen den beiden Böden in Raum 6 sagt immerhin soviel, dass der erste Boden in neronischer Zeit bestanden haben muss und der zweite, obere frühestens in frühflavischer Zeit erbaut worden sein kann. - Die Scherbenfunde über dem Wasserkanal datieren jenen in die Zeit um 150 n. Chr., während die Funde aus dem Schlamm (Lage?) nicht näher ausgewertet werden können. Die übrigen Funde aus den verschiedenen Räumen wage ich nicht näher auszuwerten, als dass die Villa um 300 n. Chr. infolge teilweiser (?) Einäscherung nicht mehr benutzt worden ist. Dieser Befund stimmt in grossen Linien mit dem allgemeinen der bisher in dieser Hinsicht geprüften Villeninventare des östlichen schweizerischen Mittellandes überein. Was immer wieder überrascht, ist der Endtermin. Leider lässt er sich meistens nicht mit Münzfunden unterbauen, weil entweder nur ganz wenig Münzen zum Vorschein kommen, oder überhaupt keine. Immer geht es um die 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts. Dieser Sachverhalt wirft doch mehr und mehr ein eigentümliches Licht auf die römische Besiedlungsdichte nach dem ersten grossen Germanensturm im Jahre 260 n. Chr. Trotz genauester Prüfung bleiben die Spuren aus dem 4.Jahrhundert sehr gering: sie beschränken sich auf Kastelle und Grossanlagen wie zum Beispiel Ober-Entfelden AG, dem grössten bisher in der Schweiz entdeckten römischen Gutshof. Es ist das Verdienst der Museumsgesellschaft Grenchen, die Funde aus Grenchen-Eichholz einer gründlichen Bearbeitung und Konservierung unterziehen zu lassen und dadurch die Ausgrabung vom Winter 1940/41 überhaupt zu einem guten Abschluss gebracht zu haben. Der Verfasser seinerseits dankt auch an dieser Stelle für die wohlwollende Hilfsbereitschaft während der Bearbeitung sowohl den Herren Dr. Hugi und Lehrer Strub als auch dem Gesamtvorstand der Museumsgesellschaft Grenchen. IV. Fundkatalog Zum Verzweigen in die Abbildungstafeln klicken Sie auf den entsprechenden Link zur Tafel. a) Terra Sigillata Tafel 1: Fig. 1-23 Fig. 1 (G 1323): 3 Fragmente von Schüssel Dr. (=Dragendorff) Form 37, Ton rötlich, Überzug gut rot, wenig blättrig, Ablaufkanal, 8 m südlich Brunnenschacht, 70 cm tief. Fig. 2 (G 1344): WS (= Wandscherbe) von Schüssel Dr. Form 37, Ton rötlich, mehlig, Überzug stark blättrig, 6-8 m südlich Brunnenschacht über Mündung des Ablaufkanals. Fig.3 (G 1324): WS von Schüssel Dr. Form 37, Ton rötlich, Überzug gut rot, Ablauf kanal. Fig. 4 (G 1231): 2 Fragmente von Schüsseln Dr. Form 37, Ton rötlich, wenig mehlig, Überzug gut rot, stark blättrig, Fundort unbekannt. Fig. 5 (G 1250b): BS (=Bodenscherbe) von Schüssel Dr. Form 37, Ton rötlich, stark mehlig, Überzug gut rot, stark blättrig, Raum 4. Fig. 6 (G 1300): Fragmente von flacher Schale Ritterling Typ HA, Ton rötlich, Über zug gut rot, Raum 6. Fig. 7 (G 1232): BS von Teller Dr. Form 18 (?), Ton rötlich, Überzug gut rot, hart, Raum 4. Fig.8 (G 1330): RS (=Randscherbe) von Teller Form Dr. 18, späte Variante, Tonrötlich, etwas mehlig, Überzug rot, blättrig, Raum 4 b. Fig. 9 (G 1287) Form wie Nr. 8, Raum 4. Fig. 10 (G 1237 und 1264): Form wie Nr. 8, Überzug härter, Fundort unbekannt. Fig. H (G 1267): BS von Teller Dr. Form 17/18, spätere Variante, Ton rötlich, Überzug gut rot, Raum 4. Fig. 12 (G 1234): RS wie Nr. 8-10, frühere Variante, Ton rötlich, Überzug gut rot, Fundort unbekannt. Fig. 13 (G 1352): Fragment (aus 2 Stücken zusammengesetzt) von Krüglein Ludowici Typ Vd-Variante, Ton dunkelrot, Überzug gut rot, Innenseite wenig abgescheuert, Raum 4. Fig. 14 (G 1329): Kleine WS von Schale Dr. Form 36, Ton rötlich, Überzug gut rot, hart, Raum 4 b. Fig. 15 (G 1233): RS von Schale Form Dr. 35 oder 36, Technik wie Nr. 13, Fundort unbekannt. Fig. 16 (G 1263) BS von Tasse Dr. 33, Ton rötlich, Überzug gut rot, hart, auf Bodenzentrum (oben) Stempelrest (S)EVERI(?), Raum 4. Fig. 17 (G 1303): WS von Tasse Dr. Form 33, Technik wie Nr. 16, Raum 6. Fig. 18 (G 1356): Fragment von Tasse Dr. Form 33, Technik wie Nr. 16 und 17, Raum 4 (?). Fig. 19 (G 1359): Fragment von Schüssel Ludowici Typ Sd, Technik wie Nr. 16-18. b) Terra Sigillata-Imitation Fig. 20 (G 1299a): BS von Tasse der Form Helvet. TS-Imitation Typ HA, Technik 1b (vgl. Lit. im Text zu diesem Abschnitt). Raum 6. Fig. 21 (G 1299b): WS von Schüsselchen Helvet. TS-Imitation Typ 21Aa, Technik 1b, Raum 6(?). Fig. 22 (G 1360): 4 Fragmente von Schüsselchen wie Nr. 20, ebenfalls in Bezug auf Technik, Raum 4(?). Fig. 23: RS von Schüssel Helvet. TS-Imitation Typ 19A, Technik 3b, Fundort unbekannt. Tafel 2: Fig. 24-44 Fig. 24: Form und Technik wie Nr. 23, Raum 6, unter Bauschutt. Fig. 25 (G 1349): 16 Fragmente von Schüssel wie Nr. 23 und 24, Ton beige, Oberfläche stark abgescheuert, Ton mehlig, Raum 4(?). c) Bemalte helvetische Keramik Fig. 26 (G 1272): Kleine WS von henkellosem Krug, Ton beige, oben weiss, unten dunkelrot bemalt, etwas abgescheuert, Mittelpartie tongrundig, Raum 4(?). Fig. 27 (G 1345): 2 WS von henkellosem Krug, Ton rötlichbeige, Oberfläche fein bemalt: Grundierung hellbeige, darüber (hier oberer Teil) brauner Streifen (Breite nicht erkennbar, weil zu stark abgebröckelt), 6-8 m südlich Brunnenschacht über Mündung des Ablaufkanals. d) Rätische Ware Fig.28 (G 1281): WS von Töpfchen, Ton beige, Überzug metallisch, rotbraun, mit typischen Warzen bedeckt, Raum 4. Fig.29 (G 1283): 2 Fragmente von Töpfchen, Ton beige, Überzug metallisch, rotbraun, dunkelfleckig, stark glänzend, darauf rundliche und halbmondförmige Warzen, Raum 4. Fig. 30 (G 1350): 8 Fragmente von gallohelvetischem henkellosem Krug mit rätischem Dekor aus dreifachkonzentrischen Kreischen, in Zonen angeordnet, dicht untereinander, Ton grau, Oberfläche schwarz geschmaucht, geglättet, teilweise stark abgescheuert, Raum 4(?). Fig.31 (G 1277): WS von Töpfchen, Ton beige, Überzug rot-braunrot, matt, mit dreifachkonzentrischen Kreischen, schachbrettartig angeordnet, darüber gerippte Halszone, Raum 4(?). Fig. 32 (G 1278): WS von Töpfchen, Ton beige, Überzug braunrot, stark abgescheuert, mit Dekor wie Nr. 31, Raum 4. Fig. 33 (G 1282): 2 bzw. 3 Fragmente von Topf, Ton beige, stark mehlig. Oberfläche gelblich (bemalt?), abgescheuert, Innenseite sehr fein gerillt (von Drehscheibenarbeit), rosa, auf Oberfläche Reste von Zone aus dreifachkonzentrischen Kreischen, desgleichen andere Partien mit Tontupfen in Barbotinetechnik, das grosse Bildfeld metopenartig durch ebensolche Tupfenleiste geteilt (perlbandimitation!), im freien Feld Hinterteil eines Wilds (Hirsch?), nach links gewendet, «Wasseranlage». Fig. 34 (G 1273): BS von Töpfchen, Ton rötlich, Überzug rot wie TS, Raum 4. Fig. 35 (G 1332): RS von Töpfchen, Ton beige, mehlig, Überzug braun, metallisch glänzend, auf schmaler Schulter gerippt, Raum 4 b. e) Gallische Krüge Fig. 36: BS von gallischem, henkellosem Krug, Ton grau, Oberfläche schwarz, matt glänzend, Raum 4. Fig. 37 (G 1321): RS von gallischem, henkellosem Krug, Ton grau, Oberfläche ehemals schwarz geschmaucht, jetzt stark abgescheuert, Schnitt 2, 0,4 m tief. f) Rot bemalte Keramik Fig. 38 (G 1292): RS von Schüssel(?), Ton rötlichbeige, Oberfläche violettrot bemalt, etwas abgescheuert, Raum 4. Fig.39 (G 1319): RS von Schüssel, Ton graurötlich, Oberfläche wie Nr. 38 bemalt, Schnitt 3 (Siehe weitere bemalte Keramiken zum Beispiel unter «Schüsseln»!). g) Bronzierte Ware Fig. 40 (G 1290): RS von kleinem Schüsselchen, Ton beige, Oberfläche ehemals bron ziert, jetzt stark abgescheuert, Raum 4. Fig.41 (G 1333): RS von Schüsselchen, Ton beige, Oberfläche braungelb grundiert, darauf Bronzierung, etwas abgescheuert, Raum 4B. Fig. 42 (G 1247): Schulterfragment von Krug, Ton beige, Oberfläche braungelb grundiert, darauf Bronzierung, stark abgescheuert, Streufund. Fig. 43 (G 1295a): BS von Schüssel der gleichen Technik wie Nr. 41 und 42, Bronzierung allerdings sehr schlecht erhalten, Raum 4. Fig. 44 (G 1285): BS wie Nr. 43, derselben Technik, Raum 4. h) Sogenannte Reibschalen oder Mi!chbecken Tafel 3: Fig. 45-54 Fig.45 (G 1315): RS (aus 2 Stücken zusammengesetzt), Ton rötlichgrau, hart, tongrundig, Schnitt 3. Flg. 46 (G 1298): Form wie Nr. 45, Ton rötlich, hart, tongrundig, Innenseite gerauht, wenig körnig, Raum 4. Fig.47 (G 1241): Form wie Nr. 45, Ton beige, tongrundig, mehlig, Streufund. Fig.48 (G 1239): 2 Rand- und Wandfragmente von sogenannter Reibschale, Ton rötlich, hart, Oberfläche rot wie TS, am Rand metallisch glänzend, Innenseite gerauht, Streufund. Fig. 49 (G 1317): wie Nr. 45, Ton beige, mehlig, Oberfläche braun bemalt, stark abgescheuert, bestossen, Schnitt 3. Fig. 50 (G 1318): wie Nr. 45, Ton beige, mehlig, tongrundig, Innenseite stark gerauht, stark bestossen, Schnitt 3. Fig. 51 (G 1298): wie Nr. 45,3 RS mit Ausguss, Ton rötlich, tongrundig, Innenseite körnig, Streufund. Fig. 52 (G 1240): wie Nr.45, Ton ziegelrot, tongrundig, mehlig, mit Stempelrest . . . OP . .. in Rechteckrahmen, Streufund. Fig. 53 (G 1297): wie Nr.45, mit Ausguss, Ton rötlichbeige, mehlig, tongrundig, Innenseite wenig körnig, beioiseitig des Ausgusses Stempel C. MITIA in Rechteckrahmen, Raum 4. I) Schüsseln mit abstehendem Rand Tafel 4: Fig. 55-70 Fig.54 (G 1314): WS von Schüsselchen, Ton beige, mehlig, tongrundig, Schnitt 2. Fig. 55 (G 1289): wie Nr. 54, Ton orangebeige, Oberfläche orange bemalt, (ehemals noch bronziert?), Raum 4. Fig. 56 (G 1305): wie Nr. 54, violettrötlich, ebenso bemalt (ehemals anscheinend bronziert?), Raum 6(?). Fig. 57 (G 1251a): wie Nr. 54, Ton rötlichbeige, tongrundig, Streufund. Fig. 58 (G 1358): Fragment von Schüssel, Ton beige, scherbig, Oberfläche rot (bemalt?) stark abgescheuert, im Schutt beim Ablaufkanal. Fig. 59 (G 1246): Fragment von Deckel zu obiger Schüsselform, Ton beige, mehlig. tongrundig, Streufund. Fig. 60 (G 1270): BS von Schüsselchen obiger Form mit gerilltem Rand, Ton beige.mehlig, Oberfläche rötlich, Raum 4. Fig. 61 (G 1307b): wie Nr. 54, Ton beige, grob, tongrundig, Raum 6. Fig. 62: wie Nr. 54, Ton beige, Überzug bräunlich, ehemals wohl bronziert, Raum 4. Fig.63 (G 1316): wie Nr. 54, Ton ziegelrot, tongrundig, grob, Schnitt 2. Fig. 64 (G 1294): wie Nr. 54, Ton rötlichbeige, Oberfläche orangebräunlich bemalt. wenig abgescheuert, metallisch matt glänzend, Raum 4. Fig. 65 (G 1252): wie Nr. 54, Ton ziegelrot, Oberfläche tongrundig, fein, Streufund. Fig. 66 (G 1257): 2 RS, bzw. WS von Schüssel, Ton grau, Oberfläche ehemals schwarz geschmaucht, jetzt stark abgescheuert, Streufund. Fig. 67 (G 1313): BS von (wahrscheinlich) sogenannter Reibschale oder Schüssel in der Art. Nr. 66, Ton beige, mehlig, tongrundig, Innenseite nicht gerauht(?), ohne Körnung. Raum 6, unter dem Bauschutt. k) Töpfe Fig. 68 (G 1291a): RS von Topf, Ton grau, tongrundig(?), mehlig, Raum 4. Fig.69 (G 1291b): RS von Topf wie Nr. 68, Ton grau, mehlig, Oberfläche schwarz geschmaucht, stark abgescheuert, Raum 4. Fig. 70 (G 1309): wie Nr. 68, Ton grau, gemagert, tongrundig, Raum 6(?). l) Krüge und Amphoren, bzw. Dolien Tafel 5: Fig. 71-87 Fig.71 (G 1249): RS von Amphorenhals, Ton hellgrau, mehlig, tongrundig, Streufunde?). Fig. 72 (G 1311): wie Nr. 71(?), Ton innen rötlich, aussen hellbeige, Raum 6, unter dem Bodenrest. Fig. 73 (G 1312): RS von Flaschen- oder Krughals, Ton hellbeige, scherbig, tongrundig, Raum 6(?). Fig. 74 (G 1295b): BS von Krug oder Flasche, Ton rötlichbeige, tongrundig, mehlig. Raum 4. Fig. 75: wie Nr. 74, Ton beige, mehlig, ehemals rötlich(?), Raum 6, unter dem Bodenrest. Fig. 76 (G 1400): Fragment von Henkelkrug, Ton beige, tongrundig, Raum 4. m) Grobe Keramik Fig. 77: 2 WS von grosser Schüssel, Ton grau, grob, tongrundig, Fundort unbekannt. Fig. 78 (G 1327): 2 RS von Topf, Ton grau, grob, handgeformt, tongrundig, Innenseite brandgeschwärzt, Ablaufkanal. Fig. 79 (G 1253): wie Nr. 78, Technik ebenfalls gleich, Streufund. Fig. 80 (G 1322): RS von Teller, Ton dunkelgrau, grob, tongrundig, Schnitt 2. Fig. 81 (G 1296): BS von Topf, Technik wie Nr. 79, Streufund. Fig. 82 (G 1255): RS von Topf, Technik wie Nr. 79, Streufund. Fig. 83: RS von Teller, Ton beige, scherbig, Oberfläche gelborange bemalt, Raum 4. n) Frühmittelalterliche Scherbe Fig. 84 (G 1256): WS von Topf(?), Ton grau, mehlig, tongrundig, Oberfläche wahrscheinlich ehemals schwarz geschmaucht(?), stark abgescheuert, Streufund. o) Bronze Fig. 85 (G 1353): Bronzegriff mit Fragment eines eisernen Stieles, Raum 4. p) Glas Fig. 86 (G 1258): BS von Glas, hellgrün. q) Blei Fig. 87: 3 Rohrstücke einer Bleirohrleitung. Verbleib [des Fundguts]: Sammlung der Museumsgesellschaft Grenchen, Abteilung Ur- und Frühgeschichte. Manuskript verfasst und abgeschlossen im Jahre 1946. aus: Jahrbuch für Solothurnische Geschichte Bd. 40(1967), S. 445-466. |